Das Islamische Zentrum Imam Ali in Wien-Floridsdorf könnte bald geschlossen werden. Letzte Woche wurde in der Sitzung der Bezirksvorstehung eine Resolution gegen das Zentrum verabschiedet. Alle Parteien nahmen in Wien-Floridsdorf die Resolution an. "Es ist eine Willensbekundung, dass die Moschee geschlossen wird", so Bezirksvorsteher Georg Papai (SP) zu "Heute". "So etwas hat bei uns keinen Platz."
Täglich kommen Hunderte Menschen in das Islam-Zentrum am Stadtrand. Damit könnte es nun bald vorbei sein. Denn auch im Parlament ist man um Maßnahmen bemüht. Nun wurde beschlossen, das Zentrum wegen seiner engen Kontakte zum iranischen Regime prüfen zu lassen.
Das Imam-Ali-Zentrum Wien nimmt den parlamentarischen Prüfauftrag zur möglichen Schließung zur Kenntnis. "Der Beschluss stellt keine Feststellung eines Fehlverhaltens dar", heißt es in einer Aussendung des Vereins. "Wir verweisen auf die langjährige ethische und akademische Expertise in der Leitung des Zentrums und auf unsere kontinuierliche, rechtskonforme und transparente Arbeit. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand könnten einzelne Einschätzungen der Dokumentationsstelle auf unvollständigen oder missverständlichen Informationen beruhen." Man stehe für eine sachliche Klärung zur Verfügung.
Das Imam-Ali-Zentrum befürworte eine objektive, faire und transparente Prüfung, kooperiere vollumfänglich mit den zuständigen Behörden. "Als ehemaliger Universitätsprofessor für Ethik und Philosophie lehne ich jede Form von Radikalisierung, Dogmatismus und ideologischen Verzerrungen ab. Unsere Arbeit basiert auf Vernunft, Verantwortung und der Würde jedes Menschen. Wir vertrauen darauf, dass eine sorgfältige, faire Prüfung diese Grundhaltung sichtbar machen wird", so der Vorsitzende des Vorstands, Mahmoud Montazeri Moghaddam.
In Deutschland sind ähnliche Zentren bereits verboten worden. Das könnte auch in Wien-Floridsdorf bald der Fall sein. Der Nationalrat beschäftigt sich gerade mit einer Änderung des Vereinsgesetzes, um die Errichtung solcher Zentren künftig zu erschweren.