Der Personalmangel in Wiens Kindergärten sorgt für heftige Kritik aus der Opposition. Rund 1.800 Elementarpädagoginnen und -pädagogen fehlen derzeit in Wien, etwa 840 davon allein in den städtischen Kindergärten. ÖVP, Grüne und FPÖ nehmen die NEOS deshalb gemeinsam ins Visier.
Die Wiener ÖVP wirft der zuständigen Bildungsstadträtin Bettina Emmerling vor, den Personalmangel nicht in den Griff zu bekommen. Klubobmann und Bildungssprecher Harald Zierfuß verweist darauf, dass bereits im vergangenen Kindergartenjahr rund 720 Vollzeitäquivalente in den städtischen Einrichtungen gefehlt hätten.
"Der Personalmangel ist seit Jahren bekannt", kritisiert Zierfuß. Die Situation habe sich trotzdem weiter verschärft. Besonders problematisch sei das für die Früh- und Deutschförderung. Die ÖVP fordert unter anderem einen verbindlichen Stufenplan für einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel und bessere Arbeitsbedingungen.
Noch schärfer formulieren die Wiener Grünen ihre Kritik. Die Bildungssprecher Julia Malle und Felix Stadler sprechen von einem "Managementversagen der NEOS".
"Während die Wiener Kindergärten am Zahnfleisch daherkommen und der Personalmangel immer schlimmer wird, lässt die zuständige Stadträtin lieber eine Befragung und eine PR-Kampagne durchführen", so Malle und Stadler. Ihr Vorwurf: Statt weiterer Ankündigungen brauche es konkrete Verbesserungen.
Die Grünen fordern kleinere Gruppen, weniger Bürokratie für Pädagoginnen und Pädagogen und attraktivere Arbeitsbedingungen. Denn viele ausgebildete Elementarpädagoginnen und -pädagogen würden dem Beruf den Rücken kehren.
Die FPÖ macht den ehemaligen Wiener Bildungsstadtrat und heutigen Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) für die Entwicklung verantwortlich. FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl erinnert daran, dass Wiederkehr bereits 2024 eine "dringend" notwendige Personaloffensive angekündigt habe.
Die Zahl der offenen Stellen bei der Stadt sei seither allerdings von 645 auf rund 840 gestiegen. Brückl sieht darin ein Scheitern der bisherigen Maßnahmen. "Das ist die ernüchternde Bilanz seiner Politik", so der FPÖ-Abgeordnete.