Die Wiener ÖVP und die Grünen wollen die Summer City Camps vom Stadtrechnungshof unter die Lupe nehmen lassen. Im Mittelpunkt stehen Kosten, Organisation, Standortverteilung und die Anmeldung.
Für die Ferienbetreuung stehen 2026 insgesamt 33.000 Plätze zur Verfügung. Dafür wurde dem Verein "Hi Jump Wien" eine Förderung von mehr als 16 Millionen Euro genehmigt. Seit 2024 übernimmt der Verein eine zentrale Koordinationsrolle bei den Summer City Camps.
Genau diese Organisationsstruktur sorgt nun für Kritik. ÖVP und Grüne vermuten, dass durch die Neuaufstellung vermeidbare Zusatzkosten entstanden sein könnten. Der Stadtrechnungshof soll deshalb prüfen, wie die Mittel eingesetzt werden und ob mit dem vorhandenen Budget mehr Plätze möglich wären.
"Das Geld muss bei den Kindern und Familien ankommen. Viele private Anbieter sind billiger", sagte ÖVP-Gemeinderätin Sabine Keri. Sie fordert zudem eine Untersuchung möglicher Doppelstrukturen. Die Ferienbetreuung müsse für berufstätige Eltern verlässlich und bedarfsgerecht sein.
Auch die Grünen sehen Verbesserungsbedarf. Gemeinderat Felix Stadler berichtet von Rückmeldungen zu Problemen bei der Anmeldung, fehlenden Plätzen und einem aus seiner Sicht zu kleinen Angebot an inklusiver Betreuung. "Die Summer City Camps sind grundsätzlich eine gute Sache, aber sie sind zu teuer für zu wenige Plätze", so Stadler.
Nun soll der Stadtrechnungshof klären, ob bei Organisation und Finanzierung tatsächlich Einsparungspotenzial besteht und ob dadurch zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden könnten.