Unglaublicher Fall in Vorarlberg: Eine Mutter, die Mobbing öffentlich in Videos auf Social Media anprangert, wurde offenbar genau dafür von ihrem Arbeitgeber gekündigt. Gegenüber der "Krone" schilderte sie, wie es zu dem Vorfall kam.
Demnach habe alles mit ihrem eigenen Sohn begonnen. Der Bub sei in der Schule und auch in den sozialen Medien von anderen Personen drangsaliert und verspottet worden. Für die Vorarlbergerin war klar, dass sich hier etwas ändern müsse. Sie entschied sich selbst dazu, gegen Mobbing mobil zu machen. Auch ihr Sohn fasste sich ein Herz und sprach in einem gemeinsamen Video mit seiner Mutter die Problematik an.
Zahlreiche Menschen wurden auf den Beitrag aufmerksam – auch der deutsche Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl wollte helfen. Zudem hätten sich bei der Mutter andere Eltern gemeldet, deren Kinder mit denselben Problemen konfrontiert sind. Hier war der Weg für die Vorarlbergerin allerdings nicht zu Ende. Sie begleitet Stahl auf einem Workshop in der Schweiz und postete weiterhin Videos.
Bei ihrem Arbeitgeber – der Kinderbetreuung Vorarlberg – sorgte dies offenbar für Unmut. Die Mutter erhielt eine Abmahnung. Ihr zufolge sei der Content für ihren Arbeitgeber "zu polarisierend" gewesen. Unter anderem sei kritisiert worden, dass sich die Frau negativ über das Land Vorarlberg geäußert hätte. Schlussendlich wurde die Mutter gekündigt.
Diese Kündigung wollte die Vorarlbergerin allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Sie habe sich am Mut ihres zehnjährigen Sohnes ein Beispiel genommen und einen Anwalt kontaktiert. Sie wolle die Kündigung anfechten.
Das Drama um ihren Job sei allerdings nicht der einzige Stein gewesen, den man der Frau in den Weg gelegt habe. Im Sommer sei geprüft worden, ob eine Kindeswohlgefährdung vorlege. Der Vorwurf: Die Mutter habe ihren Sohn vor die Kamera gezerrt. Dies weist die Vorarlbergerin zurück. Demnach habe das Kind selbst darum gebeten, seine Probleme öffentlich ansprechen zu dürfen.
Die Vorwürfe seien dabei nicht vom Jugendamt gekommen, sondern von einer Frau aus der Bildungsdirektion. Diese soll dazu sogar einen Kinder- und Jugendanwalt befragt haben, berichtete die Mutter der Tageszeitung.
Für Anti-Mobbing-Coach Stahl sei es "absolut unterste Schublade" wie mit der Mutter umgegangen werde. Zunächst habe man versucht, "ihre Existenz zu gefährden" und dann auch noch die Angst erzeugt, dass sie aufgrund der angeblichen Kindeswohlgefährdung ihren Sohn verliert. Nur weil sie die Wahrheit ausspreche, würde die Vorarlbergerin sich damit konfrontiert sehen. Dies sei "charakterlos", "zum Kotzen und zutiefst beschämend".
Die Frau selbst möchte sich davon nicht unterkriegen lassen. Sie engagiere sich weiterhin gegen Mobbing und hospitiere aktuell bei der Arbeit von Stahl. Zudem arbeite die Vorarlbergerin an einer Diplomarbeit, die sich mit dem Thema Mobbing auseinandersetzt. Ihr Ziel sei es Vorträge für Eltern und Lehrpersonen anzubieten.