Nach 19 Jahren konnte ein Cold Case in Deutschland offenbar gelöst werden. Der Fall geht auf September 2007 zurück. Damals verschwand Kerstin Lee Langley spurlos aus ihrer Heimatstadt Regensburg. Ihr Bruder meldete die Mutter eines zu diesem Zeitpunkt 17-jährigen Sohnes als vermisst.
Der damalige Lebensgefährte von Langley gab an, dass sie ihn verlassen hätte und mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen davongefahren sei. Die Ermittler sollten jahrelang im Dunklen tappen. Wie die "Frankfurter Allgemeine" berichtet, kam dann im Jahr 2024 durch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" wieder Bewegung in den Fall. Aufgrund des Hinweises eines "Sehers" kam es zu einer Leichensuchaktion in einem Waldstück nahe Regensburg. Diese verlief jedoch erfolglos.
Erst im August 2026 packte eine Frau (56) bei der Polizeiinspektion in Nittendorf aus, berichtet "BR24". Demnach soll sie den Ermittlern mehrere Orte genannt haben an denen Teile der Leiche abgelegt wurden. Zuvor sei Langley in ihrer Wohnung erwürgt worden. An der Tat seien die 56-Jährige, ein 66 Jahre alter Mann und ein weiterer Verdächtiger beteiligt gewesen. Letzterer soll bereits verstorben sein.
In weiterer Folge wurden am 9. Oktober in Berg bei Neumarkt Grabungsarbeiten durchgeführt. Dabei wurden dann tatsächlich menschliche Überreste entdeckt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft erklärten die Ermittler, dass diese "mit hoher Wahrscheinlichkeit" der vermissten Mutter zuzurechnen sind. Dies habe eine DNA-Untersuchung ergeben.
Laut Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher hätten die drei Tatverdächtigen "aus verschiedenen Gründen einen Groll" gegen Langley gehegt und sie gemeinschaftlich getötet. Der 66-Jährige wurde inzwischen festgenommen und befinde sich in Untersuchungshaft. Im Falle der Frau wurde die U-Haft außer Vollzug gesetzt, da die Fluchtgefahr nicht so hoch sei.
Besonders brisant: Die beschuldigte Frau wurde bereits 2012 von den Ermittlern befragt. Grund war, dass sie bei einer Faschingsfeier erzählt hätte, dass ihr Ex-Mann zwei Frauen getötet habe. Eine der beiden Frauen wurde jedoch wohlbehalten aufgefunden.
Damals ging die Polizei bereits davon aus, dass es sich bei dem zweiten vermeintlichen Opfer um die vermisste Mutter handeln könnte. Die Verdächtige führte die Ermittler damals sogar zu einem angeblichen Ablageort der Leiche. Zudem soll sie die anderen Beschuldigten ins Spiel gebracht haben. Dennoch hätten die Indizien damals nicht ausgereicht, hieß es seitens der Kripo.