Fünf Tote auf Malediven

Mutter und Tochter sterben bei Tauch-Tragödie

Fünf Italiener kamen bei einem Tauchausflug auf den Malediven ums Leben – darunter eine international anerkannte Meeresbiologin und ihre Tochter.
Newsdesk Heute
15.05.2026, 10:31
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Was als wissenschaftliche Tauchexpedition begann, endete in einer Tragödie: Fünf Italiener kamen bei einem Tauchgang auf den Malediven ums Leben. Hinter den Opfern stehen bewegende Lebensgeschichten – verbunden durch die Leidenschaft für das Meer.

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Unter den Toten ist die Meeresbiologin Monica Montefalcone von der Universität Genua. Die 51-Jährige galt als international anerkannte Expertin für marine Ökosysteme und forschte seit Jahren zu Korallenriffen und Unterwasserlandschaften der Malediven. Ihr Leben habe sie "dem Entdecken und Erforschen der Wunder unter der Meeresoberfläche" gewidmet, sagte sie 2022 nach der Verleihung des "Premio Atlantide".

Mutter und Tochter tot

Montefalcone leitete mehrere Projekte zum Schutz mariner Lebensräume und koordinierte Forschungsarbeiten auf den Malediven. Noch 2025 veröffentlichte sie wissenschaftliche Arbeiten über zurückgelassene Fischernetze in Korallenhabitaten. Auch in TV- und Umweltformaten war sie regelmäßig als Expertin zu sehen.

Gemeinsam mit ihr starb ihre Tochter Giorgia Sommacal. Die junge Studentin hätte am 1. Juni ihren 23. Geburtstag gefeiert und studierte Biomedizinische Technik an der Universität Genua. Freunde beschrieben sie als lebensfrohen Menschen mit derselben Begeisterung für das Meer und das Tauchen wie ihre Mutter. Oft begleitete sie Montefalcone auf Reisen und Forschungsaufenthalten – auch diesmal war sie an ihrer Seite.

Zu den Todesopfern zählt außerdem Gianluca Benedetti aus Padua. Der 44-Jährige arbeitete als erfahrener Tauchlehrer und Bootsmanager auf den Malediven. Ursprünglich war Benedetti Bankangestellter, bevor er 2017 alles hinter sich ließ, um seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Sieben Jahre lebte er auf den Malediven, unterbrochen nur von einem kurzen Aufenthalt in Indonesien.

Für die Firma Albatros Top Boat betreute er die Schiffe "Conte Max" und "Duke of York", mit denen Tauchausflüge und wissenschaftliche Kreuzfahrten organisiert wurden. In seinem Firmenprofil wurde er als "energiegeladen, extrem sportlich sowie begeistert von Literatur, klassischem Kino und Schach" beschrieben.

Auch die 31-jährige Forscherin Muriel Oddenino verlor bei dem Unglück ihr Leben. Die aus dem Piemont stammende Wissenschaftlerin hatte sich bewusst gegen die Familientradition in der Medizin entschieden und stattdessen Meeresbiologie studiert. Nach ihrem Abschluss in Naturwissenschaften in Turin setzte sie ihre akademische Laufbahn in Genua fort.

Oddenino arbeitete zuletzt als Forschungsassistentin am Institut Distav der Universität Genua. Sie veröffentlichte mehrere wissenschaftliche Arbeiten, zuletzt 2025 gemeinsam mit Montefalcone über Seegraswiesen im Mittelmeerraum. Freunde und Bekannte beschrieben sie als warmherzigen Menschen mit ansteckendem Lächeln und großer Leidenschaft für das Tauchen.

Das fünfte Opfer ist Federico Gualtieri aus Omegna. Der 31-Jährige hatte erst im März seinen Abschluss in Biologie und Meeresökologie gemacht. In seiner Abschlussarbeit dankte er Monica Montefalcone dafür, ihn immer motiviert zu haben, "seinen Träumen und Leidenschaften zu folgen".

Gualtieri war nicht nur Wissenschafter, sondern auch Tauchlehrer. Seine Verlobte verabschiedete sich in sozialen Netzwerken mit emotionalen Worten von ihm. Die beiden hätten sich das Versprechen gegeben zu heiraten. "Du wirst immer in meinem Herzen bleiben", schrieb sie.

{title && {title} } red, {title && {title} } 15.05.2026, 10:31
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