Fast ein halbes Jahrhundert lang brachte Lukas Resetarits sein Publikum zum Lachen, regte zum Nachdenken an und nahm mit seinem unverwechselbaren Schmäh Politik und Gesellschaft aufs Korn. Nun ist Schluss.
Der 79-Jährige zieht sich nach 49 Jahren endgültig von der Bühne zurück.
Damit endet eine außergewöhnliche Laufbahn, die das österreichische Kabarett über Generationen geprägt hat.
Resetarits zählt seit den 1970er-Jahren zu den bekanntesten Kabarettisten Österreichs. Seine Programme verbanden gesellschaftliche Beobachtungen mit politischer Satire und seinem ganz eigenen Humor.
Auch im Fernsehen wurde er zur Legende.
Als Major Adolf Kottan in der Kultserie "Kottan ermittelt" schrieb er österreichische Fernsehgeschichte. Die eigenwillige Krimiserie entwickelte sich zum Kult und machte Resetarits weit über die Kabarettszene hinaus bekannt.
Insgesamt brachte er 30 Soloprogramme auf die Bühne. Sein jüngstes Programm trägt den Titel "Glück" und entstand gemeinsam mit seiner Tochter Kathrin Resetarits.
Besonders bemerkenswert: Erst vor wenigen Wochen stand Resetarits noch aus einem erfreulichen Anlass im Mittelpunkt.
Gemeinsam mit seinem Bruder Peter Resetarits, dem langjährigen ORF-Journalisten und Moderator, wurde er im Wiener Rathaus ausgezeichnet.
Bürgermeister Michael Ludwig überreichte den beiden am 9. Oktober das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.
Dabei würdigte er die Brüder für ihren jahrzehntelangen Beitrag zum öffentlichen Leben Österreichs.
Nun folgt für Lukas Resetarits der Abschied von jener Bühne, auf der er fast fünf Jahrzehnte lang zu Hause war.
Die Nachricht kommt auch deshalb überraschend, weil für den Kabarettisten noch zahlreiche Termine angekündigt waren.
Allein im Wiener Stadtsaal standen für sein Programm "Glück" weitere Vorstellungen auf dem Spielplan. Auch für 2027 waren Auftritte vorgesehen.
Welche Konsequenzen der sofortige Rückzug für bereits gekaufte Tickets hat, war zunächst nicht abschließend geklärt.