Erreicht Zweck nicht

Nach 8 Jahren – Wiener Polizei stellt Kult-Aktion ein

Jahrelang gewährte die Polizei bei ihrem Twitter-Marathon Einblicke in den Einsatzalltag – mit jeder Menge trockenem Wiener Schmäh. Nun ist Schluss.
Wien Heute
22.09.2026, 15:56
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Kuriose Notrufe, ungewöhnliche Einsätze und trockene Kommentare der Polizei: Der jährliche Social-Media-Marathon der Wiener Exekutive hatte längst Kultstatus. Doch nach acht Jahren ist Schluss. Wie die "Krone" berichtet, waren die "12hWien" im vergangenen Jahr die letzte Ausgabe in dieser Form.

Ursprünglich lief die Aktion sogar unter dem Namen "24hWien". Einen ganzen Tag lang berichtete die Polizei auf Twitter, dem heutigen X, praktisch live aus ihrem Arbeitsalltag. Im vergangenen Jahr wurde das Format bereits auf zwölf Stunden verkürzt und zusätzlich auf Bluesky angeboten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Dialogbereitschaft stark zurückgegangen

Dass auch Sparvorgaben eine Rolle beim Ende spielen, bestreitet Social-Media-Projektverantwortlicher Paul Riener gegenüber der "Krone" nicht. Der wesentlich wichtigere Grund sei allerdings ein anderer: Das Format erreiche seinen ursprünglichen Zweck nicht mehr.

Früher habe die Twitter-Präsenz der Polizei einen direkten Austausch mit den Nutzern ermöglicht. Menschen stellten Fragen zur Polizeiarbeit oder informierten sich über Regeln. Genau diese Dialogbereitschaft sei mittlerweile stark zurückgegangen. Stattdessen bewege sich das Publikum zunehmend auf voneinander getrennten Plattformen und suche dort vor allem nach Bestätigung.

Trockener Humor sorgte für Lacher

Gerade der ungewöhnliche Ton machte den Marathon über Jahre populär. Die Social-Media-Mannschaft kommentierte auch Notrufe wegen vermeintlicher Lappalien mit trockenem Humor.

Hinter den scherzhaften Postings steckte jedoch durchaus eine Botschaft: Unnötige Notrufe erschweren die ohnehin fordernde Polizeiarbeit. Doch auch diese "Botschaft zwischen den Zeilen" hätten zuletzt immer weniger Menschen verstanden, erklärt Riener. Für die Social-Media-Mannschaft bedeutete der Marathon außerdem zahlreiche freiwillige Überstunden.

Neues Format kommt auf Instagram

Ganz verabschiedet sich die Wiener Polizei von solchen Einblicken allerdings nicht. Statt auf X und Bluesky soll künftig stärker jene Plattform bespielt werden, auf der sich das Publikum tatsächlich befindet.

Für Ende Oktober ist eine Art Instagram-Marathon geplant. Statt Live-Postings sollen dort "möglichst viele Gesichter und Geschichten" zu sehen sein. Die neue Aktion wird allerdings nicht live stattfinden. Damit endet zwar der bekannte "12hWien"-Marathon – Einblicke hinter die Kulissen der Wiener Polizei soll es aber weiterhin geben. Nur eben in einer neuen Form.

red,22.09.2026, 15:56
Weitere Storys