Auf der südlichen Linzer Landstraße ist es ein Abschied, der ins Auge fällt: Im Schaufenster des "Brot & Schokoladenparadies Simader" stehen große, handgeschriebene Tafeln. "Nach 92 Jahren verabschieden wir uns!" ist darauf in roten Lettern zu lesen, daneben ein großes "DANKE!" – klar und ohne viel Drumherum.
Dabei steckt hinter dem Geschäft eine sehr lange Geschichte: Gegründet wurde Simader 1934 – und bis zuletzt blieb es in Familienhand. Die heutige Inhaberin führte es schon in dritter Generation.
Wer in die Auslage schaut, sieht, wie sehr dieser Ort gelebt wurde: Schokolade in allen Varianten, liebevoll präsentiert, dazu noch die letzte Feiertagsdeko und ein Schild mit "Frohe Weihnacht" – ein stiller Gruß an alle, die hier über Jahre eingekauft, entdeckt und genossen haben.
Simader reiht sich mit der Schließung in eine traurige Serie ein: In den vergangenen Jahren verabschiedeten sich immer mehr Linzer Kult-Läden aus der Stadt. Vielen noch gut in Erinnerung ist etwa das Aus des legendäre Spielwarengeschäfts "Beyerl". Die Chefin nannte damals die große Konkurrenz zum Online-Handel als Hauptgrund für die Schließung.