"Weder ein Betrüger oder Dieb"

Nach Kontroverse: Tennisstar geht gegen Rassismus vor

Nach einer umstrittenen Szene beim Turnier in Peking wird Coco Gauff im Netz angefeindet. Der US-Tennisstar wehrt sich gegen rassistische Kommentare
Sport Heute
06.10.2026, 08:40
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Coco Gauff hat sich nach ihrem Drittrundenmatch beim Turnier in Peking gegen rassistische Anfeindungen im Netz gewehrt. Auslöser war eine umstrittene Entscheidung während ihres Duells mit der erst 16-jährigen Chinesin Sun Xinran.

Beim Stand von 4:5 und 15:15 im ersten Satz war Gauff ans Netz vorgerückt. Nach einem missglückten Volley hob die US-Amerikanerin die Hand und machte die Schiedsrichterin darauf aufmerksam, dass sie sich von wechselnden LED-Anzeigen am Spielfeldrand gestört gefühlt habe.

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Nach einer Videoüberprüfung entschied die Schiedsrichterin, den Punkt wiederholen zu lassen. Gauff brachte anschließend ihr Aufschlagspiel durch, gewann den ersten Satz mit 7:5 und setzte sich letztlich mit 7:5, 6:1 durch. Sun war während eines Seitenwechsels sichtlich emotional und kämpfte mit den Tränen.

Im Anschluss entwickelte sich in den sozialen Netzwerken eine heftige Diskussion. Gauff wurde unter anderem vorgeworfen, sich einen unfairen Vorteil verschafft zu haben. Die 22-Jährige wies diese Anschuldigungen zurück und betonte, lediglich entsprechend der Regeln gehandelt zu haben. Die endgültige Entscheidung habe bei der Schiedsrichterin gelegen.

Nachdem die Kritik teilweise in rassistische Beleidigungen umgeschlagen war, reagierte Gauff deutlich. "Hallo zusammen, ihr könnt mich nicht mögen oder anderer Meinung darüber sein, was passiert ist, ohne dabei rassistisch zu sein. Die Menge an rassistischen Kommentaren und Direktnachrichten, die ich in den letzten Stunden erhalten habe, ist wahnsinnig. Und noch einmal: Ich bin weder ein Betrüger noch ein Dieb", schrieb die US-Amerikanerin auf X.

Unterstützung erhielt die Weltranglisten-Vierte von Boris Becker. Die deutsche Tennis-Legende teilte Gauffs Beitrag und stellte sich öffentlich hinter sie.

"Du bist eine stolze schwarze Frau und wir lieben dich! Kümmere dich nicht um die Kommentare dieser ignoranten, dummen Leute und schau sie dir nicht an", schrieb Becker. Der dreimalige Wimbledon-Sieger fügte hinzu: "Du bist etwas Besonderes und einzigartig! Geh weiter mit hoch erhobenem Kopf! Liebe Grüße von der Familie Becker!"

Gauff hatte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach öffentlich gegen Rassismus ausgesprochen. Nun machte sie erneut deutlich, dass sportliche Kritik und unterschiedliche Meinungen für sie legitim seien rassistische Anfeindungen jedoch nicht.

red,Akt. 06.10.2026, 08:43, 06.10.2026, 08:40
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