Marine Le Pen legt in Frankreich deutlich zu. Nach den schweren Ausschreitungen vom 17. Oktober stieg die Zustimmung für die Politikerin des rechten Rassemblement National (RN) von 32 auf 36 Prozent. Auch bei möglichen Stichwahlen zur Präsidentschaft hätte sie derzeit die Nase vorne.
Während Le Pen gewinnt, geraten ihre Konkurrenten unter Druck. Ex-Premier Édouard Philippe (55) fiel von zuletzt 14 auf zwölf Prozent, Ende September waren es noch 16 Prozent. Auch Gabriel Attal verlor und liegt nur noch bei fünf statt sechs Prozent.
Links konnte Jean-Luc Mélenchon leicht auf 16,5 Prozent zulegen und liegt damit auf Platz zwei. Der Sozialdemokrat Raphaël Glucksmann (47) erreicht 13,5 Prozent.
In möglichen Stichwahlen würde Le Pen laut Umfrage jeden ihrer fünf Herausforderer besiegen. Gegen Philippe käme sie auf 56 Prozent, gegen Glucksmann auf 57, gegen Attal auf 58 und gegen Ex-Präsident François Hollande (72) auf 59 Prozent. Gegen Mélenchon wären es sogar 68 Prozent.
Am 18. Oktober erklärte Le Pen in einer Ansprache: "Wir erleben eine tiefe Krise des Vertrauens, der Autorität, die eine Bedrohung für die Demokratie darstellt".
Ob die Krawalle mit brennenden Autos und Plünderungen tatsächlich für ihren Aufschwung verantwortlich sind, bleibt offen. Die Befragung begann bereits am Abend des 17. Oktober und zeigt lediglich einen zeitlichen Zusammenhang. Rund sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl verliert vor allem die politische Mitte an Zustimmung.