Schon wieder Leipzig!

Brandanschlag bei MAN – steckt Russland dahinter?

Mehr als 20 Lastwägen sind in der Nacht auf Donnerstag bei MAN in Leipzig ausgebrannt. Frühere Anschläge liefern brisante Hinweise.
22.10.2026, 15:54
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Schon wieder sorgt ein Anschlag in Leipzig für Aufregung! In der Nacht auf Donnerstag gingen auf dem Gelände des Lkw-Herstellers MAN mehr als 20 Fahrzeuge in Flammen auf. Die Polizei geht dem Verdacht auf Brandstiftung nach. Auch ein politischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen.

Gegen 1.45 Uhr ging bei der Feuerwehr der Notruf ein. Auf dem Betriebsgelände an der Paunsdorfer Straße im Osten von Leipzig brannten an gleich drei verschiedenen Stellen Lastwagen und Transporter.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Rund 50 Feuerwehrleute rückten aus, um die Flammen zu bekämpfen. Erst gegen 5 Uhr war der Einsatz beendet. Mehrere Fahrzeuge wurden vollständig zerstört, andere schwer beschädigt. Der Schaden geht in die Millionenhöhe. Verletzt wurde niemand.

Terror-Ermittler übernehmen

Das Polizeiliche Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes Sachsen hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Behörden schließen einen politisch motivierten Anschlag nicht aus.

Der betroffene MAN-Standort ist eigentlich ein Verkaufs- und Servicebetrieb mit angeschlossener Werkstatt. Militärfahrzeuge werden dort nicht produziert. Allerdings ist der Mutterkonzern MAN gemeinsam mit dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall am Unternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles beteiligt, das Militärfahrzeuge herstellt.

Steckt Russland hinter dem Anschlag?

Die Ermittlungen dürften auch deshalb besonders aufmerksam verfolgt werden, weil Leipzig bereits im August Schauplatz eines versuchten Anschlags war.

Damals wurde am Flughafen Leipzig/Halle ein Sprengstoffanschlag mit Drohnen vereitelt. Die deutsche Bundesregierung machte Anfang September Russland für die Tat verantwortlich. Sicherheitsbehörden gingen davon aus, dass Beteiligte im Auftrag russischer staatlicher Stellen handelten. Moskau wies die Vorwürfe zurück.

Ob der Brandanschlag auf das MAN-Gelände mit Russland oder dem früheren Anschlagsversuch zusammenhängt, ist allerdings völlig offen. Bisher gibt es keine öffentlich bekannten Hinweise auf eine russische Beteiligung an dem Feuer.

Schon mehrfach Anschläge auf MAN

Betrachtet man frühere Anschläge auf MAN-Standorte in Deutschland, scheinen die Zeichen aber eher auf linksextreme, anti-militaristische Gruppen zu deuten.

Erst am 24. September gingen im sachsen-anhaltischen Barleben drei Bundeswehr-Lkw auf einem MAN-Gelände in Flammen auf. Eine mutmaßlich linksextreme Gruppe namens "Rote Arbeiter:innen Aktionsgruppe Ulrike Meinhof" bekannte sich später im Internet zu der Tat. Ihr erklärtes Motiv: der Kampf gegen Aufrüstung und Wehrpflicht. Ob das Schreiben tatsächlich von den Tätern stammt, ist noch unklar.

Auch im März 2025 hatten Unbekannte auf einem MAN-Gelände in Berlin-Spandau sieben Lastwagen angezündet. Damals reklamierte eine Gruppe namens "Agenda 2029" den Anschlag für sich und begründete ihn mit der Aufrüstung der deutschen Bundeswehr.

Auch eine Russland-Spur gab es bereits

Noch brisanter ist ein Fall aus Erfurt: Dort wurden im Juni 2025 sechs Bundeswehr-Lkw auf einem MAN-Gelände angezündet. Drei Fahrzeuge brannten vollständig aus, der Schaden lag bei rund 2,5 Millionen Euro.

Ein Video des Anschlags tauchte anschließend auf einem russischsprachigen Telegram-Kanal auf. Die Ermittler prüften deshalb auch, ob russische Drahtzieher hinter der Tat stecken könnten. Beweise dafür wurden bisher allerdings nicht bekannt.

Bereits am 8. März 2016 wurden auf einem Werkstattgelände in Leipzig acht Lastwagen und zwei Anhänger angezündet, darunter sechs Bundeswehrfahrzeuge. Mehrere Fahrzeuge wurden teilweise völlig zerstört. Die Täter waren unbekannt, ein politisches Motiv war zunächst nicht bestätigt.

Millionen-Schaden, Täter auf der Flucht

Wer die Fahrzeuge angezündet hat und welches Motiv dahintersteckt, müssen die Ermittler nun klären. Fest steht: Innerhalb weniger Stunden wurden mehr als 20 Nutzfahrzeuge beschädigt oder zerstört. Von den mutmaßlichen Brandstiftern fehlt bisher jede Spur.

Die auffällige Serie zeigt: MAN-Standorte sind bereits mehrfach zum Ziel mutmaßlich politisch motivierter Brandstifter geworden. Ob die Täter von Leipzig ebenfalls gegen die Rüstungsindustrie vorgehen wollten oder ein ganz anderes Motiv hatten, ist Gegenstand der Ermittlungen.

NW, 22.10.2026, 15:54
Weitere Storys