KI-Beichte sorgt für Wirbel

Nach Literatur-Oscar: Star-Autor packt über ChatGPT aus

Nach dem Gewinn des Prix Goncourt sorgt Philippe Jaenada (62) für Wirbel: Der französische Autor nutzte für seinen preisgekrönten Roman auch ChatGPT.
05.11.2026, 11:47
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Kaum ist der begehrte französische Literaturpreis vergeben, sorgt der Gewinner schon für Gesprächsstoff! Philippe Jaenada gab nur einen Tag nach seiner Auszeichnung zu, bei der Arbeit an seinem Roman "L’Inconnue du quai de Javel" künstliche Intelligenz eingesetzt zu haben. Gleich dreimal habe er ChatGPT bemüht, verriet der 62-Jährige dem Radiosender France Inter.

ChatGPT schrieb sogar einen Satz

Besonders kurios: Einen von ChatGPT verfassten Satz schmuggelte Jaenada tatsächlich in sein Buch – um "mit dem Leser zu spielen", wie er erklärte. Ein weiteres Mal nutzte er die KI, um sich über deren teils absurde Antworten auf technische Fragen lustig zu machen. Auch bei technischen Recherchen ließ er sich vom digitalen Helfer unter die Arme greifen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Ein schlechtes Gewissen hat der Schriftsteller deswegen offenbar nicht. "Man kann nicht so tun, als gäbe es sie nicht", stellte er klar. Sein Credo: KI nutzen und verstehen – aber sich niemals von ihr ersetzen lassen.

Anderer Autor flog wegen KI-Verdachts raus

Brisant ist das Geständnis vor allem wegen eines früheren KI-Eklats rund um denselben Literaturpreis. Der kanadisch-haitianische Autor Thelyson Orelien war mit seinem Roman "C’était ça ou mourir" aus der Auswahl für den Prix Goncourt gestrichen worden – wegen des Verdachts auf KI-Einsatz.

Während der eine Autor also wegen KI-Verdachts aus dem Rennen flog, darf sich Jaenada trotz seiner offenen ChatGPT-Beichte über den begehrten Literaturpreis freuen.

red, 05.11.2026, 11:47