Die Musikwelt nimmt Abschied von einem ganz Großen: Herbert Blomstedt starb am Mittwoch in Göteborg, wie das Leipziger Gewandhaus mitteilte. Laut seiner Agentur schlief der 99-Jährige zu Hause im Kreis seiner Familie für immer ein.
Blomstedt galt als einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Generation. Er schwang den Taktstock unter anderem bei der Staatskapelle Dresden, dem Leipziger Gewandhausorchester und dem NDR-Sinfonieorchester. Zehn Jahre lang gab er auch bei der San Francisco Symphony den Ton an.
Ob Boston, Chicago oder Los Angeles – die großen Orchester der Welt rissen sich um den Ausnahmemusiker. Auch bei den Wiener Philharmonikern war Blomstedt ein gern gesehener Gast.
Ans Aufhören dachte der Grandseigneur der Klassik lange nicht. Selbst im hohen Alter stand er noch voller Leidenschaft am Pult, überraschte mit frischen Interpretationen und bewies: Für große Musik ist man niemals zu alt.