Maskenskandal: "Mitarbeiter verloren Finger"

Ein Ex-Mitarbeiter der Hygiene Austria packt brisante Details aus.
Ein Ex-Mitarbeiter der Hygiene Austria packt brisante Details aus.Puls4
Verdreckte Maschinen, keine FFP2-Masken und abgeschnittene Finger: In einem Interview erhebt ein Ex-Hygiene-Austria-Mitarbeiter nun schwere Vorwürfe.

"Ich würde nie eine Hygiene-Austria-Maske aufsetzen", erklärt ein ehemaliger Mitarbeiter der Hygiene Austria. Anfang März sorgten Hausdurchsuchungen bei dem Unternehmen für Schlagzeilen - "Heute" berichtete. Es handelt sich dabei um eine Tochtergesellschaft von Palmers und Lenzing, die im Frühjahr 2020 gegründet wurde. Das Unternehmen soll chinesische Masken einfach umetikettiert haben. Auch wird der Vorwurf der Schwarzarbeit erhoben.

Im Puls4-Interview für "Café Puls – Das Magazin" packt nun ein Ex-Mitarbeiter der Firma brisante Details rund um die "Made in Austria"-Masken aus. So soll es einen Ort gegeben haben, an dem ausschließlich chinesische Produkte gelagert worden seien. Außerdem berichtet der Ex-Mitarbeiter über vermeintlich prekäre Arbeitsbedingungen. Neben unbezahlten Löhnen "gab es eine zweite Halle, in der anscheinend Schwarzarbeiter gearbeitet haben", und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien psychisch enorm unter Druck gesetzt worden. 

Schmutzige Nägel, abgeschnittene Finger

Auch die hygienischen Bedingungen sollen laut dem Informanten "miserabel" gewesen sein. "Die Nägel der Leute, die schmutzigen Hände – das wurde nie berücksichtigt. Die Mitarbeiter haben dort nie mit Handschuhen oder Haarnetzen gearbeitet. FFP2-Masken haben wir auch nie bekommen." OP-Masken wurden laut dem ehemaligen Mitarbeiter, der anonym bleiben will, auch nur dann getragen, wenn Presse oder Politik zu Besuch kamen. Weiters sollen laut ihm jene Maschinen, mit denen die Masken produziert wurden, vollkommen verdreckt gewesen sein.

"Die Nägel der Leute, die schmutzigen Hände – das wurde nie berücksichtigt. Die Mitarbeiter haben dort nie mit Handschuhen oder Haarnetzen gearbeitet. FFP2-Masken haben wir auch nie bekommen."

Für die MitarbeiterInnen war die Stimmung laut dem Insider "komplett unruhig", es soll auch zu diversen Unfällen an den Maschinen gekommen sein. "Es gab drei bis vier Unfälle, nach denen die Mitarbeiter sagen mussten, dass sie sich diese Verletzung zu Hause zugezogen haben. Leute haben sich eine Hand abgeschnitten, einen Finger abgeschnitten - die Mitarbeiter haben das alles gesehen und waren komplett beängstigt."

Maskenhersteller weist Vorwürfe zurück

Auch "Heute" sprach mit einem Wiener, der als Angestellter einer Leiharbeitsfirma zur Verpackung der Schummel-Masken bei Hygiene Austria abgestellt war. Er selbst ist bei der Firma seit Dezember beschäftigt und erzählt über widrigste Arbeitsbedingungen: "Wir schufteten dort nachts im Schichtbetrieb, wo teilweise sogar die Heizung, trotz Minusgraden, nicht funktionierte." Zudem sollen er und viele seiner Kollegen sechs Tage die Woche gearbeitet haben. "Das Gehalt ist ohnehin schon mickrig genug gewesen, aber bis heute habe ich nicht einmal das überwiesen bekommen", berichtet der Wiener.

Die Hygiene Austria weist alle Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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