Fall immer rätselhafter

Nach "Mein Schiff 3"-Crash – jetzt spricht Hafenkapitän

Die Ermittlungen nach dem Unfall der "Mein Schiff 3" in Bremerhaven laufen weiter. Nun hat sich der Hafenkapitän zu Wort gemeldet.
28.10.2026, 07:36
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Nach dem Zusammenstoß von der "Mein Schiff 3" der Reederei TUI Cruises mit zwei Containerschiffen im Hafen von Bremerhaven gehen die Ermittlungen weiter. Zum Zeitraum des Vorfalls vom Sonntagabend habe starker Wind geherrscht. In einem Fachbericht war von Seitenwind mit einer Geschwindigkeit von rund 40 bis 45 km/h die Rede.

Dennoch legte die "Mein Schiff 3" gegen 17.20 Uhr ab und wollte mit 2.428 Passagieren an Bord zur Reise auf die Kanarischen Inseln aufbrechen. Kurz darauf sei das Kreuzfahrtschiff von einer Böe erfasst worden und krachte in die beiden Frachter. Nun meldete sich der Amtsleiter der Hafenbehörde "Port Authority Bremen", Stephan Berger, zu Wort.

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Kein Anlass für Warnung

Wie die "Bild" berichtet, könne er die Aufregung um die Wetterbedingungen nicht verstehen. Ihm zufolge sei der Verkehr auf der Weser normal gewesen. Einen Anlass für eine Warnung habe es nicht gegeben.

Zudem betonte Berger, dass es für Schiffe ab einer bestimmten Größe in Bremerhaven eine Lotsenpflicht gebe. Diese seien dafür zuständig den Kapitän zu beraten, ein bestimmtes Manöver nicht durchzuführen. Auch wenn sich der Kapitän gegen den Rat entscheide, muss der Lotse den Kapitän bestmöglich unterstützen.

Ermittlungen laufen

Von dem Amt des Hafenkapitäns gab es jedenfalls keine Warnung an den zuständigen Kapitän Jan F. S. Demnach sei der Hafenbetrieb normal gelaufen, auch eines der betroffenen Containerschiffe – die "MSC VICTORINE" – sei im Begriff gewesen auszulaufen.

Gegen den TUI-Kapitän wird nun seitens der Wasserschutzpolizei wegen einer möglichen Ordnungswidrigkeit ermittelt. Zudem soll geprüft werden, ob S. seine Sorgfaltspflicht verletzt habe. Dabei sind auch die Angaben von Hafenkapitän Berger entscheidend.

Bilder und Videos von Kapitän gelöscht

Zuletzt sorgte eine Entscheidung der betroffenen Reederei für Aufsehen. Die Bilder und Videos des "Mein Schiff 3"-Kapitäns wurden vorübergehend aus dem Internet entfernt. Noch vor wenigen Wochen hatte TUI Cruises den beruflichen Werdegang von S. öffentlich präsentiert. Unter anderem gab es Videos auf Facebook, die seinen Aufstieg vom Tellerwäscher zum Kapitän zeigten.

Seit Montagmorgen ist S. auf der Internetseite der Reederei jedoch nicht mehr in der Übersicht der Kapitäne zu finden. Auch die entsprechenden Videos sind nicht mehr abrufbar. Auf Anfrage der "Bild" bestätigte TUI Cruises, dass die Inhalte vorerst ausgeblendet wurden. Der Kapitän hatte erst am 13. September das Kommando über die "Mein Schiff 3" übernommen.

red, 28.10.2026, 07:36
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