Im November kommt es wieder zu Verhandlungen zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA. Ziel sei es eine Friedenslösung zu finden. Ein Bericht der "New York Times" zeigt nun, wie sich die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner dies vorstellen.
Die Idee wäre es, einen Gas-Deal mit Kreml-Chef Wladimir Putin zu schließen. Demnach sollen die Gas-Pipelines durch die Ukraine wieder geöffnet werden. Heißt: Putin kassiert Milliarden im Gegenzug für Frieden. Die Ukraine soll dabei Transitgebühren erhalten und Europa soll von billigerer Energie profitieren.
In Moskau könnte dieser Vorschlag jedenfalls auf Wohlwollen stoßen. So sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber der US-Zeitung, dass Russland an einer Wiederaufnahme der Energiezusammenarbeit interessiert sei.
Gegenüber der "Bild" betonte der Osteuropa-Experte vom Europäischen Politikinstitut Kyjiw (EPIK), Dr. Andreas Umland, dass auch die Ukraine zustimmen könnte. Ihm zufolge sei das Interesse an einem sofortigen Kriegsende in Kiew so hoch, dass man sich vermutlich sogar auf eine Wirtschaftskooperation mit Russland beim Gastransport einlassen könnte.
Dennoch sieht der Experte einige Haken an der Sache. So habe die EU den Import von russischem Gas per Gesetz unter Verbot gestellt. Für Flüssiggas gelte dies ab Ende 2026 während Pipeline-Gas spätestens ab dem 1. November 2027 nicht mehr importiert werden darf. Zudem seien mehrere Länder nicht mehr auf das Gas von Putin angewiesen.
Dies sagte gegenüber der deutschen Tageszeitung auch der Energiesicherheitsexperte der Uni Bonn, Dr. Frank Umbach. Ihm zufolge könnten die Russen das Gas zwar billiger verkaufen, aber dafür auch geopolitische Forderungen stellen.
Zudem stellt Umland klar, dass es Putin in der Ukraine-Frage um mehr als Geld gehe. Demnach wolle der Kreml-Chef seine Großmacht- und Expansionsfantasien ausleben. Das Geschäft sei dabei nur ein Rand-Interesse. Ein Truppenabzug aus der Ukraine seitens der Russen sei unrealistisch. Demnach soll Putin auf einem Fünftel des Landes beharren und den Abzug der ukrainischen Soldaten verlangen. Kiew hingegen wäre dazu bereit, die Front einzufrieren, akzeptiere sie allerdings nicht als neue Grenze.
Von den Gesprächen im November erwarte sich der Osteuropa-Experte wenig. Er glaube, dass Moskau "sein Verhandlungstheater von 2025 fortsetzen wird". Laut Umland wäre der Gas-Deal für Putin nur als "Sahnehäubchen auf einer ukrainischen Teilkapitulation gegenüber Russland" zu akzeptieren.