Mehr als eine halbe Million Euro wert, 1.050 PS stark und gerade erst auf dem Markt: Ein Ferrari 849 Testarossa sollte vom Frankfurter Flughafen nach Mexiko transportiert werden. Doch statt im Flugzeug landete der italienische Supersportwagen in den Händen des Zolls.
Bei einer Kontrolle entdeckten die Beamten Unstimmigkeiten in den Papieren. Schnell erhärtete sich der Verdacht, dass mit dem Luxusauto etwas nicht stimmte.
Bereits am Freitag wurde der nahezu fabrikneue Ferrari am Flughafen Frankfurt am Main zur Ausfuhr angemeldet. Der Sportwagen war für den Transport verpackt und mit Gurten gesichert. Als Ziel war Mexiko angegeben.
Doch die Zöllner kontrollierten nicht nur die Unterlagen, sondern nahmen auch das Fahrzeug genauer unter die Lupe. Dabei stießen sie auf Hinweise, dass der Ferrari zuvor in Belgien gestohlen worden sein könnte.
Am Montag gab der Zoll bekannt, die "illegale Ausfuhr eines Ferrari Testarossa mit einem Warenwert von über 500.000 Euro" verhindert zu haben.
Laut Zollsprecherin Christine Straß gab es bereits einen Hinweis der Polizei auf einen möglichen Diebstahl. Bei der Überprüfung des Wagens wurden die Beamten schließlich fündig.
"Die mit der Ausfuhranmeldung vorgelegten Zollpapiere wiesen Ungereimtheiten auf. Der Sportwagen sollte von Frankfurt nach Mexiko ausgeflogen werden. Bei der Beschau des Fahrzeugs erhärtete sich der Verdacht, unter anderem durch Abgleich mit der Fahrgestellnummer", erklärt Straß gegenüber der "Bild".
Die Beamten stellten den Luxuswagen daraufhin sicher.
Bei dem sichergestellten Fahrzeug handelt es sich um einen Ferrari 849 Testarossa mit Hybridantrieb. Der Supersportwagen wird erst seit diesem Jahr ausgeliefert und zählt zu den besonders leistungsstarken Modellen des italienischen Herstellers.
Seine technischen Daten sind beeindruckend: Der Ferrari verfügt über 1.050 PS und beschleunigt in nur 2,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 340 km/h.
Auch der Preis hat es in sich. Bereits die Grundausstattung kostet mindestens 450.000 Euro. Mit zusätzlichen Ausstattungswünschen steigt der Betrag weiter.
Für Interessenten kommt außerdem eine lange Wartezeit hinzu. Bis zur Auslieferung können bis zu 24 Monate vergehen.
Warum der mutmaßlich gestohlene Sportwagen ausgerechnet nach Mexiko gebracht werden sollte, ist bisher nicht geklärt. Ob der Diebstahl möglicherweise in Auftrag gegeben wurde, bleibt ebenso offen.
Auch dazu, ob bereits Verdächtige oder ein möglicher Auftraggeber ausgeforscht werden konnten, machte der Zoll zunächst keine Angaben.
Fest steht vorerst nur: Der Ferrari erreichte sein geplantes Ziel nicht. Statt nach Mexiko ausgeflogen zu werden, wurde der mehr als 500.000 Euro teure Sportwagen am Frankfurter Flughafen sichergestellt.