Bei der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich eine besonders hohe Wahlbeteiligung ab. Bereits bis 10 Uhr gaben rund 1,2 Millionen Menschen ihre Stimme ab. Das entspricht 16,7 Prozent der Wahlberechtigten. Bei der Wahl 2022 waren es zum selben Zeitpunkt lediglich 15,9 Prozent. Einen derart hohen Wert hatte es zu dieser Uhrzeit zuletzt 1981 gegeben, als Menachem Begin erneut zum Regierungschef gewählt wurde.
Überschattet wird der Urnengang allerdings von zahlreichen Beschwerden über mögliche Unregelmäßigkeiten. Mehrere Parteien berichten von fehlenden oder beschädigten Stimmzetteln in Wahllokalen. Auch mutmaßliche Versuche, den Wahlverlauf zu beeinflussen, wurden gemeldet.
Zu den Parteien, die Vorwürfe erhoben haben, zählen unter anderem jene von Gadi Eisenkot, Naftali Bennett, Avigdor Lieberman und Mansour Abbas. Auch weitere politische Gruppierungen meldeten verdächtige Vorfälle.
Der Zentrale Wahlausschuss sieht derzeit allerdings keine Hinweise auf groß angelegten Wahlbetrug. "Im Gegensatz zu Behauptungen, die im Internet kursieren, gibt es derzeit keine Anzeichen für eine systematische Manipulation der Stimmzettel", so der Ausschuss.
Den Angaben zufolge werde jeder gemeldete Vorfall umgehend geprüft. Gleichzeitig ruft die Wahlbehörde die Bevölkerung dazu auf, sich ausschließlich über ihre offiziellen Kanäle über die weitere Entwicklung zu informieren.