Kurioser Vorfall am Linzer Flughafen: Am Montag wartete nicht nur das Bodenpersonal auf eine Ryanair-Maschine. Nach der Landung in Hörsching wurde ein Flugzeug der Airline zum Ziel einer Exekution. Auslöser war ein vergleichsweise kleiner offener Betrag – doch der Fall sorgte wie berichtet für großen Wirbel.
Hintergrund ist ein Flug nach Palma de Mallorca im Sommer 2024. Eine Frau konnte ihre Reise damals wegen einer massiven Verspätung nicht wie geplant antreten und musste auf einen teureren Ersatzflug ausweichen. Auf den zusätzlichen Kosten blieb sie sitzen. Die "Florianer Anwälte" aus St. Florian bei Linz klagten die Kosten für ihre Mandantin ein.
Weil Ryanair laut Kanzlei zunächst nicht zahlte, wurde Exekution beantragt. Gepfändet wurde schließlich eine Maschine der Airline, die am Montag in Hörsching landete. Eine Mitarbeiterin der Kanzlei wartete dort laut Anwalt Georg Wageneder gemeinsam mit dem Gerichtsvollzieher auf das Flugzeug.
Die Maschine einen "Kuckuck" – also ein offizielles Pfändungspickerl. Ryanair dementierte den Fall zunächst. Von der Fluglinie hieß es: "Das ist nicht wahr. Keines unserer Flugzeuge wurde gepfändet. Alle Berichte, die etwas anderes behaupten, sind sachlich falsch."
Das sei laut Anwalt Georg Wageneder jetzt aber "nach hinten losgegangen", sagt er gegenüber "Heute". Dadurch habe die Angelegenheit noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Eine Wiener Anwaltskanzlei, die Ryanair vertritt, habe sich nach den Medienberichten gemeldet – "und dann ist es relativ rasch gegangen". Ryanair zahlte den offenen Betrag von rund 900 Euro.
Damit ist die Sache für die Florianer Anwälte erledigt: "Wir werden das Verfahren einstellen, damit wird auch die Pfändung aufgehoben." Eine Versteigerung des Flugzeugs ist damit vom Tisch.