Die Wiener Festwochen haben die geplante Diskussionsveranstaltung mit US-Tech-Milliardär Peter Thiel abgesagt. Intendant Milo Rau begründete den Schritt am Samstag mit seiner Verantwortung für das Gesamtprogramm, wie die "Krone" berichtet.
"Nicht um jeden Preis", erklärte Rau in einer Aussendung. Zwar hätte er die Debatte mit Thiel "extrem spannend" gefunden, dennoch habe er sich nach der öffentlichen Kritik dagegen entschieden. "Ein Beharren auf der Veranstaltung stünde im Widerspruch zu meiner Wertschätzung für unser künstlerisches Programm und alle daran Beteiligten."
Die Einladung des Paypal-Mitgründers hatte zuletzt für heftige Diskussionen gesorgt. Kritiker stellten infrage, ob einem einflussreichen Vertreter der Silicon-Valley-Rechten eine Bühne geboten werden sollte.
Rau hatte die Einladung zuvor mit dem Festwochen-Motto "Republic of Gods" verteidigt. "Es muss niemand mit Thiel einer Meinung sein – es ist umso besser, wenn wir das nicht sind", sagte er.
Während der für die Debatte vorgesehene Theologe Wolfgang Palaver für die Veranstaltung plädierte, sprach sich Politikwissenschafterin Monika Mokre dagegen aus: "Ich persönlich glaube, dass man Peter Thiel nicht hätte einladen sollen. (...) Aber ich glaube, dass es den Festwochen nichts bringt."