Mit seiner Alkofahrt hat Norbert Hofer nicht nur für politische Schlagzeilen gesorgt. Nach dem Vorfall könnten auf den FPÖ-Politiker nun weitreichende rechtliche und persönliche Folgen zukommen.
Nachdem Hofer zunächst bestritten hatte, selbst gefahren zu sein, räumte er den Vorfall später ein. "Es tut mir leid. Ich habe so einen Fehler noch nie gemacht und trage natürlich alle Konsequenzen, die die Behörde nun in diesem Zusammenhang ziehen wird", erklärte er gegenüber der "Heute".
Nach den geltenden Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung drohen ab 1,6 Promille Geldstrafen zwischen 1.600 und 5.900 Euro. Bei schwereren Delikten wird die Höhe der Strafe von den Behörden im Einzelfall festgelegt. Berücksichtigt werden dabei unter anderem frühere Verstöße sowie die persönlichen Verhältnisse des Betroffenen.
Dazu kommt laut "Kronen Zeitung" ein Führerscheinentzug von zumindest sechs Monaten. Bevor Hofer wieder ein Fahrzeug lenken darf, sind ein Termin beim Amtsarzt, eine verkehrspsychologische Untersuchung sowie eine verpflichtende Nachschulung vorgesehen.
Der Vorfall könnte aber auch Auswirkungen auf weitere Berechtigungen haben. Als Pilot muss Hofer den Führerscheinentzug seiner Lizenzierungsbehörde melden, schreibt die "Krone". Die zuständige Luftfahrtbehörde Austro Control prüft bei derartigen Vorfällen üblicherweise die Zuverlässigkeit eines Piloten. Unterbleibt die Meldung, kann auch der Entzug der Pilotenlizenz drohen.
Auch sein Waffenschein könnte überprüft werden. Die zuständige Waffenbehörde muss bei einem derart schweren Fehlverhalten im Straßenverkehr beurteilen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind, heißt es im Bericht der Tageszeitung weiter.
Neben den rechtlichen Folgen steht Hofer auch politisch unter Druck. Zwar kann er trotz Führerscheinentzugs Landtagsabgeordneter bleiben, seine weitere Rolle innerhalb der FPÖ gilt laut "Krone" jedoch als ungewiss. Laut Hofer sei sein Verbleib mit der Bundespartei abgestimmt.
Kritik kommt unterdessen von der SPÖ. "Wer sich mit zweieinhalb Promille - noch dazu zu einer der verkehrsreichsten Zeiten der Woche - ans Steuer setzt, agiert in höchstem Maße verantwortungslos", erklärte ein SPÖ-Mitarbeiter in einer Aussendung.
Brisant ist der Fall auch deshalb, weil es sich innerhalb kurzer Zeit bereits um die zweite Alkofahrt eines hochrangigen FPÖ-Politikers handelt. Die SPÖ erinnerte daran, dass FPÖ-Nationalratsabgeordneter Peter Schmiedlechner bereits im Mai zum zweiten Mal seinen Führerschein verloren hatte.
Welche Konsequenzen Hofer letztlich tatsächlich treffen werden, müssen nun die zuständigen Behörden entscheiden.