Wirbel um den ehemaligen Verkehrsminister und Ex-Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer (FPÖ): Wie "Heute" berichtete, soll der nunmehrige burgenländische Landtagsabgeordnete am Freitagvormittag schwer betrunken mit dem Auto unterwegs gewesen sein.
Auf die Spur sei ihm die Polizei durch einen Zeugen gekommen, der kurz vor 11.45 Uhr einen Notruf absetzte. Dieser meldete einen "vermutlich alkoholisierten Fahrzeuglenker", der aus der Steiermark Richtung Pinkafeld unterwegs war.
Der Anzeiger sagte, dass der Lenker auf eine Verkehrsinsel gefahren und anschließend "fast in den Straßengraben" geraten sein soll. Er sei "wie ein Verrückter" unterwegs gewesen und auch auf die Gegenfahrbahn gefahren. Wenige Minuten später informierte der Zeuge die Beamten, dass das Fahrzeug, nachdem bereits gefahndet wurde, an einer Adresse in Pinkafeld angehalten hatte.
Vor Ort stellten die Polizisten fest, dass es sich bei dem Verdächtigen um den FPÖ-Politiker handelte. Ein durchgeführter Alko-Vortest ergab bei Hofer einen Wert von knapp 2,5 Promille. Einen (gerichtlich verwertbaren) Alkomat-Test verweigerte er. Zudem beteuerte der Freiheitliche, dass er nicht gefahren sei – eine Aussage, die er später revidierte.
Wenige Stunden nach Bekanntwerden des Vorfalls am Samstag meldete sich der ehemalige Spitzenpolitiker gegenüber "Heute" zu Wort: "Es tut mir leid. Ich habe so einen Fehler noch nie gemacht und trage natürlich alle Konsequenzen, die die Behörde nun in diesem Zusammenhang ziehen wird."
Jetzt könnten aber auch politische Konsequenzen auf Hofer zukommen – zumindest wenn es nach der SPÖ geht. Der rote Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim warf dem FPÖ-Politiker Gefährdung von "Leib und Leben" vor. Daher habe Hofer "in einem öffentlichen Amt nichts verloren", so Seltenheim. Heißt: Der Sozialdemokrat fordert den Rückzug des Freiheitlichen aus dem burgenländischen Landtag.
Daher wendete sich der SPÖ-Politiker in einer Aussendung an den blauen Parteichef Herbert Kickl. Dieser solle für den Rücktritt Hofers sorgen. Seltenheim erinnerte an einen ähnlichen Vorfall aus den freiheitlichen Reihen, bei dem ein Nationalratsabgeordneter der Blauen bereits "zum zweiten Mal" seinen Führerschein aufgrund einer Alkofahrt abgeben musste. Politische Konsequenzen gab es damals keine.
"Die FPÖ predigt zwar ständig 'Recht und Ordnung', zieht aber in den eigenen Reihen bei groben Verfehlungen bis hin zu strafrechtlich relevanten Vorfällen entweder keine Konsequenzen oder – wenn der öffentliche Druck zu groß wird – nur die denkbar minimalsten und notwendigsten", kritisierte Seltenheim.