Nach dem Tod einer Passagierin wird eine Kreuzfahrt des Unternehmens Coral Expeditions nicht wie ursprünglich geplant fortgesetzt. Beim ersten Stopp der Rundfahrt auf der "Lizard Island" vor der Nordostküste Australiens legte die 80-jährige Suzanne Rees am 25. September eine Pause ein, während der Rest der Gruppe ihre Wanderung fortsetzte.
Anschließend legte das Schiff ab; das Fehlen von Rees wurde erst Stunden später bemerkt. Die anschließend gestartete Suchaktion auf der Insel war zunächst erfolglos. In den frühen Morgenstunden des 26. Septembers fand ein Helikopter schließlich die Leiche der Seniorin. Laut der Polizei gibt es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung.
Der tragische Tod sorgte nicht nur unter den Passagieren, sondern auch in Australien für Aufsehen. Trotzdem plante Coral Expeditions ursprünglich, die insgesamt 60-tägige Reise für die anderen Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff Coral Explorer fortzusetzen – nach einer Woche auf See ziehen die Verantwortlichen nun aber die Konsequenzen.
Wie Mark Fifield, der CEO des Unternehmens, am Samstag zur BBC sagte, habe man alle Passagiere und die Besatzung des Schiffs informiert, dass der Rest der Reise abgesagt wurde – offenbar nicht nur wegen des Todesfalls: "Die Absage erfolgt aufgrund des tragischen Todes von Suzanne Rees und vorausgegangener mechanischer Probleme", heißt es im Statement.
Betroffene Passagierinnen und Passagiere sollen den Kaufpreis vollumfänglich erstattet bekommen und werden laut Coral Expeditions in den nächsten Tagen via Charterflüge in ihre jeweilige Heimat zurückkehren. Die australische Behörde für Seeverkehrssicherheit Amsa hatte zudem angeordnet, dass die Coral Adventurer vorerst keine neuen Passagiere mehr aufnehmen darf.
Mittlerweile haben sich auch die Angehörigen von Suzanne Rees zum Tod der Seniorin geäußert. Ihre Tochter ist demnach "geschockt und betrübt", dass die Verantwortlichen ihre Mutter auf der Insel zurückließen und dies zunächst gar nicht bemerkt hätten. "Nach dem, was uns mitgeteilt wurde, scheint es, dass es an Sorgfalt und gesundem Menschenverstand gemangelt hat."
Seitens der Polizei wurde der Tochter mitgeteilt, dass ihre Mutter aufgrund des heißen Wetters an jenem Samstag bei der Wanderung auf der "Lizard Island" wohl an Erschöpfung gestorben sei, nachdem sie von den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zurückgelassen wurde. Die verantwortliche Firma hat den Angehörigen ihre volle Unterstützung angeboten und eine detaillierte Untersuchung des Vorfalls angekündigt.