"Mum starb allein"

Tochter erhebt schwere Vorwürfe gegen Kreuzfahrtlinie

Eine 80-jährige Australierin starb, nachdem sie bei einem Luxus-Kreuzfahrtstopp offenbar vergessen und zurückgelassen wurde.
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30.10.2025, 09:50
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Neue Details zur Kreuzfahrt-Tragödie auf Lizard Island: Die Frau, die dort nach einem Landgang offenbar zurückgelassen und später tot aufgefunden wurde, ist die 80-jährige Australierin Suzanne Rees aus New South Wales. Nun spricht ihre Tochter und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Reederei, wie die "Daily Mail" berichtet.

Suzanne Rees war auf einer 60-tägigen Luxus-Kreuzfahrt rund um Australien unterwegs, als das Drama passierte. Am Samstag nahm sie an einer geführten Wanderung auf Lizard Island teil, einer abgelegenen Insel im Norden Queenslands. Laut ihrer Tochter Katherine sei die erfahrene Wanderin während des Aufstiegs krank geworden und habe den Marsch abbrechen müssen. "Man sagte ihr, sie solle allein zurück zum Strand gehen", so die Tochter gegenüber "The Australian".

"Versagen an gesundem Menschenverstand"

Doch das Kreuzfahrtschiff Coral Adventurer legte ohne sie ab – und ohne zu überprüfen, ob alle Passagiere wieder an Bord waren. "Dann fuhr das Schiff los, anscheinend ohne Passagierzählung. Irgendwann danach ist Mum gestorben, allein", so die Tochter. Die Familie sei "schockiert und traurig" über das, was passiert ist. Es handle sich um ein "Versagen an Fürsorge und gesundem Menschenverstand".

Erst gegen 18 Uhr – rund fünf Stunden nach dem angeblichen Aufbruch des Schiffs – wurde Rees als vermisst gemeldet. Ihre Leiche wurde am Sonntag rund 50 Meter neben dem Wanderweg gefunden, der zum höchsten Punkt der Insel, Cook’s Look, führt. Zeuginnen berichten, dass die Crew nach der Rückkehr der vermeintlich letzten Gäste rasch abgelegt hatte. "Wir sagten noch: ‹Wow, die sind aber schnell weggefahren›", erzählt eine Seglerin, die in der Nähe vor Anker lag.

Crewmitglieder und Helikopter suchten stundenlang

Als der Fehler bemerkt wurde, kehrte das Schiff in der Nacht zurück. Crewmitglieder und ein Helikopter suchten zunächst stundenlang erfolglos nach der Frau. Die Reederei bestätigte inzwischen den Tod der Frau und erklärte, man arbeite eng mit der Polizei und den Behörden zusammen. "Wir sind tief betroffen und unterstützen die Familie in dieser schwierigen Zeit", sagt Geschäftsführer Mark Fifield.

Die australischen Behörden untersuchen, wie es dazu kommen konnte, dass eine Passagierin auf einer organisierten Tour zurückgelassen wurde, und wie das Unglück hätte verhindert werden können.

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