Es war ein Moment, der nach Averys Tod eine völlig neue Bedeutung bekam.
Der zwölfjährige Pokémon-Fan, der mit seinem jahrelangen Kampf gegen eine seltene Krebserkrankung Hunderttausende Menschen berührte, öffnete in einem seiner letzten Videos noch einmal Pokémon-Karten.
Dann zog er ausgerechnet Jirachi.
Das kleine Pokémon wird auch als "Wunsch-Pokémon" bezeichnet. Für viele Fans wurde die Karte nach Averys Tod deshalb zu einem emotionalen Symbol. In der Community wird sie teilweise bereits "Avery's Jirachi" genannt.
Doch genau diese Geschichte versuchen nun offenbar manche Verkäufer zu Geld zu machen.
Nach Averys Tod tauchten Verkaufsangebote auf, in denen die Jirachi-Karte ausdrücklich mit dem Zwölfjährigen in Verbindung gebracht wurde.
Ein Angebot sorgte besonders für Aufsehen: 20.000 Dollar wurden für eine Karte verlangt.
Dabei wurde auch mit einer vermeintlichen Spende für einen guten Zweck geworben. Berichten zufolge entsprach die tatsächlich ausgewiesene Spende zunächst allerdings nur einem kleinen Teil der gigantischen Verkaufssumme.
In der Pokémon-Community folgte heftige Kritik. Die entsprechenden Charity-Angebote wurden schließlich entfernt.
Für Averys Familie geht die Sache zu weit.
Seine Eltern Christian Garcia und Rebecca Rosa-Valentin stellten klar, dass sie weder an diesen Verkäufen beteiligt sind noch davon profitieren. Sie hätten niemandem erlaubt, den Namen ihres Sohnes auf diese Weise für Kartenverkäufe zu verwenden.
Verkäufer seien bereits aufgefordert worden, entsprechende Angebote zu entfernen.
Die Familie betont dabei vor allem eines: Eine solche Vermarktung habe nichts mit dem großzügigen Wesen ihres Sohnes zu tun.
Gleichzeitig entwickelte sich rund um die Jirachi-Karte ein regelrechter Hype. Marktbeobachtungen zeigen einen deutlichen Preisanstieg, nachdem Averys Video große Aufmerksamkeit bekommen hatte.
Dabei muss unterschieden werden: Nicht jeder, der die Karte verkauft, versucht automatisch, aus Averys Tod Profit zu schlagen. Für Empörung sorgen vor allem jene Angebote, die seinen Namen oder seine Geschichte ausdrücklich benutzen, um besonders hohe Preise zu rechtfertigen.
Aus einem emotionalen Pokémon-Moment wurde damit innerhalb weniger Tage auch ein Spekulationsobjekt.
Besonders bitter, weil Jirachi für viele Fans inzwischen genau für das Gegenteil steht.