In der Iran-Frage setzt US-Präsident Donald Trump Politik einmal mehr auf Drohungen und Deadlines. Doch mit dem totalitären Mullah-Regime der Islamischen Republik Iran hat einen Gegner gewählt, der dieses Spiel nur all zu gut kennt.
Nachdem Trump dem Land eine 48-Stunden-Frist gestellt und mit Angriffen auf Kraftwerken gedroht hat, kündigt der Iran für diesen Fall Angriffe auf Kraftwerke in der ganzen Region, von Kuwait über Saudi-Arabien und Katar bis Abu Dhabi und Dubai in den Vereinigte Arabische Emiraten an. Besonders brisant: In Abu Dhabi befindet sich das einzige Atomkraftwerk der Region – und es wird in der iranischen Drohung ausdrücklich erwähnt.
„Im Falle eines auch nur geringfügigen Angriffs auf elektrische Infrastruktur der Islamischen Republik Iran wird die gesamte Region in Dunkelheit gehüllt.“Islamische Republik Iranvia Nachrichtenagentur Mehr, 22. März 2026
Über die Nachrichtenagentur Mehr verbreitete das iranische Regime eine Landkarte, auf der die wichtigsten Kraftwerke der Region eingezeichnet sind. Der Titel: "Verabschieden Sie sich von der Elektrizität!".
Auf der Karte sind acht Kraftwerke eingezeichnet, die laut iranischen Angaben für 70 bis 80 Prozent der Stromversorgung der Golfregion sorgen sollen. Namentlich genannt werden dabei etwa der Solarpark Mohammed Bin Rashid im Süden von Dubai, dem "größten Solarpark des Nahen Ostens" und das Gaskraftwerk samt Meerwasser-Entsalzungsanlage Jebel Ali, ebenfalls in Dubai. Auch das 2020 in Betrieb genommene Atomkraftwerk Barakah in Abu Dhabi wird ausdrücklich erwähnt. Es ist das bisher einzige AKW in der Region.
Die anderen auf der Karte eingezeichneten Kraftwerke befinden sind Öl- und Gaskraftwerke entlang der Küste des Persischen Golfs in den Ländern Saudi-Arabien und Kuwait.
Dass nach den gegenseitigen Angriffen auf Raffinerien, Öl- und Gasanlagen nun noch einmal die Eskalationsstufe höher geschraubt wird, liegt an der Straße von Hormus. Durch die de-facto-Blockade der strategisch wichtigen Meerenge zwischen Iran und Oman sind 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggastransportes unterbrochen. Dadurch stiegen weltweit Öl-, Gas- und Treibstoffpreise – was auch die US-Bürger an den Zapfsäulen spüren und Trump unter Druck bringt.
Auf der Suche nach einem Ausweg aus der selbst eingebrockten Misere richtete Trump seinen "Hilferuf" zunächst an die NATO. Freilich als Drohung verpackt: Wenn die NATO-Länder keine Truppen in die Straße von Hormus entsenden, dann sehe es "schlecht aus für die Zukunft der NATO", so Trump vor einer Woche. Dass sich die derart angesprochenen nicht vor Begeisterung in seine Arme warfen, dürfte wohl auch nur Trump überrascht haben.
Jetzt versucht es Trump also noch einmal bei der iranischen Führung – bzw. dem, was davon über geblieben ist – selbst. Am Samstagabend schrieb er: "Wenn der Iran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden ab genau diesem Zeitpunkt vollständig und ohne Bedrohung öffnet, werden die USA seine verschiedenen Kraftwerke angreifen und zerstören".
Der Iran will mit seiner Gegendrohung, die ganze Region in die Finsternis zu stürzen, den Druck auf die Länder der Region erhöhen, sich gegen Trump zu stellen. Wer letztlich auf dem längeren Ast sitzt, wird sich zeigen. Für die Bevölkerung der Region, aber auch die weltweiten Öl- und Gaspreise, sieht es aber eher düster aus.