Endlich Sommer, endlich Freibad! Bei Hitze bleibt die nasse Badekleidung nach dem Schwimmen oft einfach an. Das kühlt angenehm, trocknet irgendwann von selbst und stört am See kaum jemanden. Doch genau vor dieser bequemen Gewohnheit warnt jetzt ein Schwimmmeister.
In einem Instagram-Post erklärt Lukas Sieverding, dass sich in warmen, feuchten Stoffen Bakterien und Pilze besonders gut vermehren können. Der Experte empfiehlt deshalb, nasse Badekleidung möglichst zeitnah zu wechseln.
Der Kern der Warnung stimmt, wie chip.de berichtet. Feuchtigkeit, Wärme und enge synthetische Kleidung können im Intimbereich tatsächlich ungünstig sein. Bei Frauen können diese Faktoren das Risiko für Scheidenpilz erhöhen, bei Männern ist eher der Leistenbereich betroffen.
Manche denken, das Chlor im Schwimmbadwasser würde alles keimfrei halten. Das stimmt aber nur bedingt: In gut betriebenen Schwimmbecken schützt die Wasseraufbereitung zwar vor vielen Krankheitserregern im Wasser selbst. Das heißt aber nicht, dass nasse Kleidung danach steril bleibt oder sich auf der Haut keine Feuchtigkeit mehr staut.
Auch der Kälte-Aspekt spielt eine Rolle. Eine Blasenentzündung entsteht zwar durch Bakterien, nicht durch eine nasse Badehose allein. Unterkühlung kann einen Infekt aber fördern, weil die lokale Abwehr dann schlechter funktioniert. Wer nach dem Schwimmen fröstelt oder zu Blasenentzündungen neigt, sollte schneller wechseln.
Praktisch reicht eine einfache Regel: Nach dem letzten Schwimmen des Tages ist trockene Kleidung sinnvoll. Wer zwischendurch immer wieder ins Wasser geht, muss sich nicht jedes Mal umziehen. Wichtiger wird der Wechsel bei längeren Pausen, enger Badekleidung oder wenn bereits Juckreiz, Brennen oder Reizungen auftreten.
Wichtig ist auch, es mit der Hygiene nicht zu übertreiben. Übertriebene Intimhygiene kann das natürliche Milieu stören und Infektionen ebenfalls begünstigen. Nach dem Schwimmen reicht meist: abduschen, gut abtrocknen, trockene Kleidung anziehen.