Ein Sprung ins kühle Wasser, ein Platz auf der Liegewiese und die Sonne im Gesicht – für viele gibt es an heißen Sommertagen kaum etwas Schöneres als einen Besuch im Freibad oder am Badesee. Doch zwischen Sonnencreme, Badetuch und Pommes sorgt jedes Jahr ein Thema für Diskussionen: Männer, die unter ihren Badeshorts zusätzlich eine Unterhose tragen.
Was für die einen wie eine harmlose Angewohnheit wirkt, sorgt bei anderen für Kopfschütteln. In sozialen Netzwerken und Online-Foren wird regelmäßig darüber diskutiert, ob die doppelte Stoffschicht im Schwimmbad überhaupt etwas verloren hat. Dabei geht es längst nicht nur um Geschmack, sondern auch um Hygiene und Gesundheit.
Wer regelmäßig Freibäder oder Badeseen besucht, hat das Phänomen vermutlich schon beobachtet: Unter der lockeren Badeshorts blitzt der Bund einer Boxershorts hervor. Für viele Badegäste ist das ein Ärgernis.
Im Internet wird das Thema heiß diskutiert. Influencer Cayden Laz sagt in einem Video: Er werde nie verstehen, warum Männer unter ihren Badeshorts Unterhosen tragen. Viele stimmen ihm zu: "Ich auch nicht!"
Die, die trotzdem doppelt anziehen, haben meist einen einfachen Grund: Sie haben Angst, dass die Badehose verrutscht. Ein User erzählt von "knappen Situationen", in denen ihm die Hose fast von den Wellen heruntergezogen worden wäre. "Mit Unterwäsche darunter bin ich vor ungewollter Entblößung geschützt", erklärt er.
Genau hier beginnt allerdings die Kritik: Normale Unterwäsche ist nicht dafür gemacht, im Wasser getragen zu werden. Anders als Badebekleidung nimmt sie deutlich mehr Feuchtigkeit auf und trocknet wesentlich langsamer. Dadurch gelangen zusätzliche Keime, Schmutzpartikel oder Waschmittelrückstände ins Wasser. Daher sehen viele Badegäste die Kombination aus Unterhose und Badehose kritisch. In einigen Schwimmbädern wird sogar ausdrücklich davon abgeraten.
Doch nicht nur hygienisch kann die doppelte Stoffschicht problematisch sein. Auch aus medizinischer Sicht sprechen Experten dagegen. "Wenn Unterwäsche unter der Badehose getragen wird, bleibt die Haut länger feucht und warm, was Hautreizungen und Pilzinfektionen begünstigt", erklärt Hautärztin Marianne Meli gegenüber "20 Minuten". Außerdem reibt das Material stärker und kann zu wunden Stellen führen, vor allem im Leistenbereich. Im schlimmsten Fall drohen Hautentzündungen, Pilzinfektionen oder der sogenannte Hautwolf.
Wer sich mehr Sicherheit oder Bedeckung wünscht, muss deshalb nicht auf eine zusätzliche Unterhose zurückgreifen. Moderne Badeshorts verfügen häufig über integrierte Netz-Innenslips oder spezielle Innenhosen.
Diese sorgen für Halt, verhindern unangenehme Reibung und sind aus Materialien gefertigt, die deutlich schneller trocknen als klassische Unterwäsche.