"Dermaplaning"-Trend

Gesichtsrasur für mehr Glow? Wieso das schiefgehen kann

Glatte Haut ohne Filter und Make-up? "Dermaplaning" gilt für viele Beauty-Fans als Wundermethode. Doch nicht jede Haut verträgt den Trend gleich gut.
Artiola  Zhabota
11.06.2026, 22:53
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Ein Rasierer gleitet über die Wange, feine Härchen verschwinden und die Haut wirkt plötzlich glatter als zuvor. Millionen Menschen verfolgen derzeit solche Videos auf TikTok und Instagram. Der Beauty-Trend nennt sich "Dermaplaning" und verspricht einen ebenmäßigen Teint, mehr Glow und ein perfektes Make-up-Finish.

Doch während Influencer die Behandlung oft als unkomplizierten Beauty-Hack für zu Hause präsentieren, warnen Experten vor den möglichen Risiken. Denn hinter dem Trend steckt mehr als nur das Entfernen von Gesichtshärchen.

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Was genau ist "Dermaplaning"?

Dabei handelt es sich laut der Wiener Hautärztin Amanda Zbyszewski grundsätzlich um eine kosmetische Behandlung mit einem klaren Ziel: "Dermaplaning ist im Prinzip eine kosmetische Methode zur oberflächlichen Entfernung von abgestorbenen Hautzellen und feinen Gesichtshaaren, für eine glattere und weichere Hautoberfläche sowie ein gleichmäßigeres Hautbild", verrät sie im "Heute"-Interview.

Beim "Dermaplaning" werden mit einer speziellen Klinge feine Gesichtshaare und abgestorbene Hautschüppchen von der Hautoberfläche entfernt. Auf TikTok wird die Methode derzeit als einfacher Beauty-Trick für zu Hause gefeiert.

Glow-Effekt ist real – aber meist nur vorübergehend

Viele Influencer versprechen nach dem Rasieren des Gesichts sichtbar strahlendere Haut. Ganz falsch ist das nicht. "Ja, die Haut kann kurzfristig glatter und frischer wirken", so Zbyszewski. Der beliebte Glow habe allerdings eine recht einfache Erklärung: "Er entsteht vor allem dadurch, dass feine Härchen und abgestorbene Hautschüppchen entfernt werden."

Risiken werden oft ausgeblendet

Während viele Clips "Dermaplaning" als unkomplizierte Beauty-Routine darstellen, sieht die Dermatologin die Sache differenzierter. "Zu Hause durchgeführt kann die Prozedur riskant sein, weil die Haut leicht verletzt werden kann. Professionell durchgeführt ist es deutlich kontrollierter und sicherer", betont sie gegenüber "Heute".

Amanda Zbyszewski ist Fachärztin für Dermatologie und Ästhetik. Die Wiener Dermatologin betreibt ihre eigene Ordination im 5. Wiener Bezirk.
DermAZ

Vor allem kleine Schnitte seien keine Seltenheit: "Bei der Anwendung können Mikroverletzungen, Rötungen und Hautreizungen entstehen." Doch dabei bleibt es nicht immer: "Auch Entzündungen oder Infektionen sind möglich, wenn nicht sauber gearbeitet wird", warnt die Expertin.

Zusätzlich werde häufig vergessen, dass die Haut nach der Behandlung empfindlicher reagieren kann. "Die Haut kann danach sensibler auf Sonnenstrahlung reagieren."

Nicht für jeden geeignet

Wer 'Dermaplaning' ausprobieren möchte, sollte zunächst den eigenen Hauttyp berücksichtigen: "Geeignet ist es für eine stabile Haut ohne aktive Entzündungen", erklärt die Wiener Hautärztin. Besonders Menschen mit fahler oder ungleichmäßiger Haut könnten von der Methode profitieren.

Für andere Hauttypen sei jedoch Vorsicht geboten: "Nicht geeignet ist die Methode bei aktiver Akne, entzündlichen Hauterkrankungen und sehr empfindlicher Haut." Auch Personen, die zu Pigmentflecken neigen, sollten laut der Hautärztin vorsichtig sein: "Solche Pigmentveränderungen können sich durch die mechanische Reizung der Haut deutlich verschlechtern."

Wachsen die Haare danach dicker nach?

Dieser Mythos hält sich hartnäckig – stimmt aber nicht: "Nein. Die Haare wachsen nicht dicker oder dunkler nach", stellt Zbyszewski klar. Der Eindruck entstehe lediglich dadurch, dass die Haare abgeschnitten werden: "Sie wirken höchstens etwas stoppeliger."

Lieber zum Profi

Wer neugierig geworden ist, sollte die Behandlung laut der Expertin nicht leichtfertig nachmachen: "Bei kosmetischen Behandlungen wie dem 'Dermaplaning' ist es ratsam – insbesondere beim erstmaligen Ausprobieren – diese professionell durchführen zu lassen", rät die Wiener Hautärztin.

Wichtig sei dabei die Wahl eines seriösen Anbieters: "Man sollte auf professionelle Studios achten, in denen hygienisch und fachkundig gearbeitet wird." Wer dennoch selbst Hand anlegt, müsse besonders vorsichtig sein. "Bei einer Anwendung zuhause ist das Verletzungsrisiko deutlich größer", erläutert die Dermatologin.

Und egal, wo die Behandlung stattfindet: "Wichtig ist außerdem konsequenter Sonnenschutz danach, um Reizungen und Pigmentflecken zu vermeiden", meint die Ärztin schließlich.

{title && {title} } AZ, {title && {title} } 11.06.2026, 22:53
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