Auf TikTok und Instagram geht aktuell ein neuer Ernährungstrend viral: Fibermaxxing. Dahinter steckt das Ziel, täglich möglichst viele Ballaststoffe zu essen - mindestens 30 Gramm pro Tag. Der Begriff setzt sich aus dem englischen "fiber" (Ballaststoffe) und "maxxing" (maximieren) zusammen.
Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die im Dünndarm nicht vollständig abgebaut werden können. Sie fördern gründliches Kauen, sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl und nähren die wichtigen Darmbakterien. Besonders reich an Ballaststoffen sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Gemüse wie Brokkoli oder Karotten.
Wie utopia.de berichtet, hat eine ballaststoffreiche Ernährung tatsächlich viele Vorteile: Sie reguliert den Blutzuckerspiegel, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und fördert eine gesunde Darmflora. Das Problem: Viele Menschen essen zu wenig davon. Laut Studien liegt die durchschnittliche Zufuhr unter der empfohlenen Menge.
Wer jetzt mehr Ballaststoffe essen möchte, sollte allerdings langsam starten. Nicht jeder verträgt die gleiche Menge gleich gut. Wer bisher wenig Ballaststoffe gegessen hat, sollte die Zufuhr schrittweise erhöhen - sonst drohen Blähungen und Verdauungsbeschwerden.
Immer mehr Hersteller bieten sogenannte High-Fiber-Drinks an - Limonaden mit zugesetzten Ballaststoffen. Diese enthalten zwar vier bis zehn Gramm Ballaststoffe pro Flasche, aber im Gegensatz zu Obst und Gemüse fehlen wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Dazu kommt der oft hohe Zuckergehalt.
Experten raten deshalb: Lieber auf natürliche Ballaststoffquellen setzen. Vollkornbrot zum Frühstück, Linsen zum Mittagessen und ausreichend Gemüse als Beilage reichen völlig aus, um die empfohlene Tagesmenge zu erreichen. Fibermaxxing funktioniert auch ohne teure Trendprodukte.
Menschen mit chronischen Darmerkrankungen, akuten Darmentzündungen oder nach Operationen am Magen-Darm-Trakt sollten die Ballaststoffzufuhr unbedingt ärztlich abklären. Generell gilt: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Vollkorn ist wichtiger als das Jagen nach bestimmten Grammzahlen.