Eigentlich gehört sie für viele zum Shopping-Erlebnis dazu: die schnelle Anprobe vor dem Spiegel, der prüfende Blick auf Passform und Schnitt. Doch genau damit könnte bei einer beliebten Modemarke bald Schluss sein: Brandy Melville schafft derzeit in zahlreichen Filialen die Umkleidekabinen ab – und sorgt damit bei Kunden weltweit für Aufregung. Der Auslöser für die drastische Maßnahme ist dabei überraschend: Kaugummi.
In mehreren US-Filialen der Fast-Fashion-Kette werden derzeit die Umkleidekabinen abgebaut. Videos auf TikTok zeigen Mitarbeiter, die Vorhänge entfernen und Kabinen auseinanderbauen. Auch in London sind die Anproberäume bereits verschwunden.
Brandy Melville zählt vor allem bei Teenagern und jungen Frauen zu den beliebtesten Modemarken. Umso größer ist nun die Enttäuschung vieler Kunden, die ihre Kleidung künftig nicht mehr direkt im Geschäft anprobieren können.
Hinter der ungewöhnlichen Entscheidung steckt laut Mitarbeitern ein Problem, das offenbar immer größer wurde. "Wir hatten viele Probleme mit Kaugummi, der an den Vorhängen kleben blieb", erklärte eine Angestellte aus Austin gegenüber "BBC".
Ausgelöst wurde das Ganze offenbar durch einen Trend auf TikTok: Kunden befestigten ihre Vorhänge mit Kaugummi oder klebten diesen direkt an Wände und Stoffe der Umkleidekabinen. Hintergrund: Viele beschwerten sich darüber, dass die Vorhänge nicht richtig schließen würden.
Wie groß das Problem inzwischen geworden ist, zeigen zahlreiche Videos in sozialen Netzwerken: Verkäuferin Airah filmte sich sogar beim Entfernen der festgeklebten Kaugummis und schrieb dazu scherzhaft: "Wenn du jemals deinen Kaugummi an diese Wände geklebt hast, dann haben wir Streit."
Andere Mitarbeiter bestätigten online ebenfalls, dass Vandalismus und Verschmutzungen in den Kabinen immer häufiger geworden seien.
Um die Umstellung etwas abzufedern, hat das Unternehmen zumindest die Rückgabefrist verlängert. Statt 14 Tagen bleiben Kunden nun 21 Tage Zeit für einen Umtausch. Allerdings gibt es weiterhin kein Geld zurück: Wer einen Fehlkauf tätigt, erhält lediglich eine Gutschrift für spätere Einkäufe.
Gerade bei Brandy Melville sorgt das für zusätzliche Kritik: Die Marke verkauft einen Großteil ihrer Kleidung traditionell in Einheitsgrößen, weshalb viele Kunden die Passform vor dem Kauf besonders genau prüfen möchten.
Bislang betrifft die Maßnahme offiziell alle Filialen in den USA. Dass die Umkleidekabinen inzwischen auch in London verschwunden sind, sorgt allerdings für Spekulationen über eine internationale Ausweitung. Ob weitere Länder nachziehen werden, ist derzeit offen. Das Unternehmen selbst hat sich weder in sozialen Netzwerken noch gegenüber Medien offiziell zu den Vorfällen geäußert.