So peinlich es manchen auch sein mag: Jeder Mensch furzt – und das sogar mehrmals täglich. Wenn es aber plötzlich häufiger oder stärker wird, fragen sich viele: Ist das noch normal?
Beim Essen und Trinken schlucken wir nicht nur Nahrung und Flüssigkeit, sondern auch Luft. Diese sammelt sich im Verdauungstrakt und wird später wieder abgegeben – entweder durch Aufstoßen oder Blähungen. Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS liegt die "normale" Anzahl bei etwa sieben bis 24 Mal pro Tag – wobei das von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.
Auch wenn es unangenehm sein kann: Blähungen sind grundsätzlich nichts Schlechtes. Im Gegenteil: "Das Ablassen von Gas ist meist ein gesundes Zeichen dafür, dass Verdauung und Darmflora gut funktionieren", erklärt Medizinerin Cait Welsh.
Warum manche Menschen häufiger betroffen sind als andere, kann verschiedene Gründe haben. Ein häufiger Auslöser ist geschluckte Luft – etwa durch schnelles Essen, Kaugummikauen oder kohlensäurehaltige Getränke.
Auch die Ernährung beeinflusst die Gasbildung stark. Bestimmte Lebensmittel – sogenannte FODMAPs – werden im Darm von Bakterien zersetzt, dabei entstehen Gase wie Methan, das oft unangenehm riecht.
Ein Lebensmittel, das du in puncto Blähungen wahrscheinlich nicht auf dem Schirm hast, ist der Kaugummi. Kaugummikauen kann tatsächlich Blähungen verursachen – und das hat zwei Hauptgründe:
1. Nicht zu lange kauen
Dauer-Kauen = Dauer-Luft schlucken
➡️ Besser: nur kurz nach dem Essen kauen
2. Weniger Stück gleichzeitig
Mehr Kaugummi = mehr Luft + mehr Zuckerersatzstoffe
3. Nicht auf nüchternen Magen
Kann Blähungen verstärken
4. Langsamer kauen
Hektisches Kauen → mehr Luft im Bauch
💡 Faustregel: Je weniger Kaugummi + je natürlicher die Inhaltsstoffe, desto besser für den Bauch
Neben der Ernährung können auch Stress und Angst die Verdauung beeinflussen. Gerade bei Menschen mit Reizdarmsyndrom kann sich dadurch die Gasbildung verstärken.
In den meisten Fällen sind Blähungen harmlos. Wer jedoch eine deutliche Veränderung bemerkt oder stark darunter leidet, sollte das abklären lassen. Alarmzeichen sind etwa Schmerzen, unerklärlicher Gewichtsverlust, Durchfall oder Blut im Stuhl.