Wenn die Temperaturen steigen, wird Schweiß zum täglichen Begleiter – und mit ihm oft auch die Sorge vor unangenehmem Geruch. Gerade im Sommer stellt sich für viele die Frage: Sind Achselhaare eigentlich unhygienisch? Die Wiener Dermatologin Barbara Franz hat dazu eine klare Meinung: "Weg mit den Achselhaaren!"
Achselhaare seien laut Franz ein "evolutionäres Überbleibsel". In der Frühgeschichte des Menschen hätten sie durchaus Sinn gehabt: Sie schützten vor Reibung und halfen dabei, sexuelle Duftstoffe zu verstärken.
"Die dafür verantwortlichen apokrinen Schweißdrüsen befinden sich vor allem in der Achselregion", erklärt die Wiener Fachärztin für Ästhetische Medizin. Heißt: Haare konnten Gerüche früher sogar gezielt verstärken.
Wer stark unter Achselschweiß leidet, sollte laut der Expertin genauer hinschauen. Denn Haare könnten den typischen Schweißgeruch sogar verstärken. "Durch die Oberflächenvergrößerung der Haare wird der Schweißgeruch in diesem Bereich deutlich verstärkt", so Franz.
„Bakterien fühlen sich dort wohl.“Barbara FranzFachärztin für Ästhetische Medizin
Auch hygienisch sieht die Wiener Dermatologin wenig Vorteile bei Achselbehaarung. "Die Haare sind ein Träger von Bakterien, die sich sehr gerne um den Haarschaft im Achselbereich anlegen und sich im Schweiß wohl fühlen", sagt Franz. Die Folge: zusätzlicher, unangenehmer Geruch. Ihr Rat: Wer zu unangenehmem Geruch neigt, sollte rasieren – das könne vorbeugen.
Gleichzeitig rät Franz zu Vorsicht bei aluminiumhaltigen Deos. Diese stünden seit Jahren in der Kritik, gesundheitlich problematisch zu sein. Außerdem würden Deos Gerüche oft nur überdecken, statt sie tatsächlich zu neutralisieren.
Wer massiv unter Achselschweiß oder starkem Geruch leidet, könne laut der Expertin hingegen medizinisch nachhelfen. Eine Botox-Behandlung der Achselhöhlen blockiere die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen und reduziere das Schwitzen deutlich – die Wirkung halte rund vier Monate an.