Die US-Regierung überlegt offenbar, die Chagos-Inseln von Mauritius zu kaufen. Damit will sie sich die Kontrolle über den strategisch wichtigen Militärstützpunkt Diego Garcia sichern. Laut der Zeitung "Telegraph" prüft das Weiße Haus einen Plan, um Großbritannien zu umgehen und direkt ein eigenes Abkommen mit dem Inselstaat abzuschließen. Das wäre eine von mehreren Möglichkeiten, damit der britische Premierminister Keir Starmer die Souveränität nicht an Mauritius abtritt.
Präsident Donald Trump vertrete laut der Nachrichtenagentur Reuters, konsequent die Position, dass Großbritannien das Gebiet nicht aufgeben dürfe. Diego Garcia sei eine unverzichtbare Militärbasis mit großer Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA. Washington stehe in regelmäßigem Austausch mit London, um die Insel als regionalen Sicherheitsanker zu erhalten.
Die britische Regierung hatte im April das Abkommen zur Übergabe der Souveränität über die Chagos-Inseln auf Eis gelegt. Trump hatte die Pläne im Februar als "großen Fehler" kritisiert.
Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, man habe eine Situation vorgefunden, in der die britische Kontrolle über die Militärbasis bedroht gewesen sei. Es habe Handlungsbedarf bestanden, um nationale Interessen zu schützen und zu verhindern, dass Gegner in der geopolitisch wichtigen Region Fuß fassen.
Der Erhalt der langfristigen operativen Kontrolle und Sicherheit von Diego Garcia sei die alleinige Grundlage für das Abkommen zwischen Großbritannien und Mauritius. Beide Länder seien sich der dauerhaften Risiken für den gemeinsam betriebenen Stützpunkt sehr wohl bewusst.
Trump hatte vor einigen Monaten auch überlegt, Grönland aus strategischen Gründen zu kaufen. Das Gebiet in der Arktis ist ein weitgehend autonomes dänisches Territorium. Mit seinem Vorstoß sorgte Trump bei westlichen Ländern für viel Unmut, weil er auch militärische Mittel zum Erreichen seines Ziels nicht ausgeschlossen hatte.