Es klingt wie ein schlechter Witz, ist aber auf TikTok gerade tatsächlich ein viraler Trend: Immer mehr User zeigen sich dabei, wie sie sogenannte Pferde-Lecksteine probieren – also Salz- und Mineralsteine, die eigentlich für die Tierernährung im Stall gedacht sind. Die Clips sammeln Millionen Aufrufe und das Netz diskutiert hitzig zwischen Ekel, Humor und ungläubigem Kopfschütteln.
In den Videos wird der harte Salzblock "wie ein Snack" getestet, geknabbert oder abgeleckt. Oft mit dramatisch überzogenen Reaktionen zwischen "überraschend okay" und "was habe ich hier gerade getan?". Der eigentliche Zweck der Lecksteine, nämlich Pferden Mineralstoffe zu liefern, rückt dabei komplett in den Hintergrund.
Mindestens genauso viral wie die Videos selbst sind die Kommentarspalten darunter, in denen sich eine Mischung aus Ironie, Verwirrung und absurder Übertreibung abspielt. Viele Nutzer reagieren mit humorvollen, aber auch völlig ungläubigen Fragen wie "Wie viele Kalorien hat das?", andere stellen klar "Wir sind keine Pferde, wir sind Menschen".
So harmlos der Trend auf den ersten Blick wirkt, so wenig ist das Tierfutter für den menschlichen Verzehr gedacht: Pferde-Lecksteine bestehen meist aus stark gepresstem Salz, Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium oder Spurenelementen. Die Konzentration ist auf ein rund 500-Kilo-Tier abgestimmt – und nicht auf einen Menschen.
Ein gelegentliches Lecken kann zwar für gesunde Erwachsene in kleinen Mengen nicht sofort gefährlich sein, aber der regelmäßige oder übermäßige Verzehr kann durchaus riskant werden. Vor allem der extrem hohe Salzgehalt kann zu Übelkeit, Kreislaufproblemen, starkem Durst oder im schlimmsten Fall zu einer Belastung von Nieren und Blutdruck führen.
Zusätzlich ist unklar, wie streng die Produkte hinsichtlich Reinheit und möglicher Zusatzstoffe für eine menschliche Aufnahme kontrolliert werden.
Mediziner raten deshalb klar davon ab, solche Tierprodukte zu "snacken", auch wenn es nur aus Neugier oder für Social-Media-Aufrufe passiert. Der Trend lebt also weniger von echtem Nutzen, sondern vor allem vom Ekel-Faktor und der Jagd nach Aufmerksamkeit im Netz.