Herabsetzende Videos gegen das Lehrpersonal, Aufnahmen von der Beschädigung von Schuleigentum und Livestreams während des Unterrichts auf der Plattform TikTok: Dies wird drei Schülern eines Wiener Gymnasiums zur Last gelegt. Inzwischen wurden die Jugendlichen auch vom Unterricht suspendiert. Zudem sei Anzeige erstattet worden.
Die Vorfälle sollen sich über mehrere Monate erstreckt haben, dabei seien die Aufnahmen auf einem Account mit über 12.000 Followern verbreitet worden, berichtet der "Standard". Gegenüber der Zeitung bestätigte die Bildungsdirektion die nun verhängte Maßnahme.
Demnach seien die betroffenen Schüler nach Gesprächen mit ihnen und ihren Erziehungsberechtigten suspendiert worden. Besonders brisant: Zwei Jugendliche sollen für die maximale Dauer von vier Wochen vom Unterricht ausgeschlossen worden sein. Dies stelle das letzte Mittel dar. Zu dieser Maßnahme komme es nur, wenn andere Schritte keine Wirkung zeigen würden und Gefahr in Verzug sei.
Somit werde seitens der Bildungsdirektion davon ausgegangen, dass die Schüler ihr Verhalten nicht eingestellt hätten. Es habe "eine Gefährdung der Sittlichkeit von an der Schule tätigen Personen sowie des Eigentums" bestanden. Nähere Angaben zu den Inhalten der Videos habe man nicht machen wollen. Auch der TikTok-Account sei mittlerweile so gut wie stillgelegt – betroffene Videos seien nicht mehr abrufbar.
Einige der Aufnahmen würden dem "Standard" jedoch vorliegen. Demnach seien manche von ihnen als harmlos einzustufen. Andere Videos würden allerdings zeigen, wie ein Lehrersessel auf einen Klassentisch geworfen wird. Zudem sollen Schulhefte herumgeschleudert und auf einem weiteren Schultisch herumgesprungen worden sein.
Kritik an den Suspendierungen kommt nun von dem Vater eines betroffenen Jugendlichen. Ihm sei die Problematik durchaus bewusst, dennoch kritisiert der Erziehungsberechtigte gegenüber dem "Standard", wie sowohl die Schule als auch die Bildungsdirektion in der Causa gehandelt hätten.
Laut dem Vater sei er im Vorfeld der Suspendierung seines Sohnes nie auf die Videos angesprochen worden. Des Weiteren hätte die Schule zunächst andere Schritte unternehmen können, so seine Kritik.
Er selbst kenne auch einige der Aufnahmen. Deshalb könne er den Vorwurf der herabsetzenden Videos über Lehrpersonen nicht verstehen. Ihm zufolge hätten die Jugendlichen lediglich einzelne Lehrkräfte nachgeahmt, ohne sie namentlich zu nennen.