Der ehemalige deutsche Nationalspieler Kerem Demirbay (33) bereut seine Entscheidung, für Deutschland aufgelaufen zu sein. Der Mittelfeldspieler erhebt schwere Vorwürfe gegen den Verband und erklärt, warum er heute lieber für die Türkei spielen würde.
Demirbay spielte in der deutschen Bundesliga unter anderem für die TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen. Mittlerweile steht der 33-Jährige beim türkischen Erstligisten Kasimpasa unter Vertrag.
2017 absolvierte er zwei Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Zuvor hatte er bereits mehrere Einsätze für türkische Nachwuchsauswahlen bestritten. Dass er sich letztlich für Deutschland entschied, bezeichnet er heute als großen Fehler.
"Ich wollte für die Türkei spielen, wir haben den Verband eineinhalb Jahre lang umworben. Aber wegen gewisser Dinge, über die ich nicht sprechen kann, musste ich mich für Deutschland entscheiden", erklärt Demirbay im Interview mit dem Journalisten Yagiz Sabuncuoglu.
Besonders brisant: Der ehemalige Bundesliga-Star vermutet, dass ein Tattoo eine entscheidende Rolle bei seinem frühen Aus im DFB-Team gespielt haben könnte. Auf seiner Schulter trägt Demirbay den Umriss der Türkei. Dieses Tattoo soll nach einem seiner Länderspiele für Aufsehen gesorgt haben.
"Ich zog mein Trikot aus und man sah mein Türkei-Tattoo. Das hat die Dynamik verändert, auch medial. Wie kann es sein, dass ein Spieler für Deutschland spielt und die Karte eines anderen Landes tätowiert hat? Danach wurde ich nie wieder einberufen", schildert der 33-Jährige.
Demirbay ist überzeugt, dass er in Deutschland aufgrund seiner türkischen Wurzeln als Ausländer wahrgenommen wurde. Für ihn steht deshalb fest, dass er sich heute anders entscheiden würde.
"Ich würde nie wieder für Deutschland spielen, selbst wenn sie mich jetzt anrufen würden", stellt der Mittelfeldspieler klar.
2023 verließ Demirbay die Bundesliga und wechselte zu Galatasaray Istanbul. Inzwischen spielt er für Kasimpasa. Seine Verbundenheit zur Türkei betont der Routinier weiterhin mit deutlichen Worten.
"Mein Blut ist türkisch. Mein Vater ist Türke, meine Mutter ist Türkin – ich bin ein Türke. Mein größtes Bedauern wird immer sein, nie das Trikot der türkischen Nationalmannschaft getragen zu haben", erklärt Demirbay.