Ralf Rangnicks Zeit bei Manchester United war alles andere als erfolgreich. Zwischen Dezember 2021 und Mai 2022 stand der heutige ÖFB-Teamchef bei den "Red Devils" an der Seitenlinie. Jetzt blickt Liverpool-Legende Jamie Carragher auf das kurze Gastspiel des 68-Jährigen zurück und erklärt, warum Rangnick seiner Meinung nach von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.
Im Podcast "Hamann & Stankovic" spricht Carragher offen über die damalige Situation beim englischen Rekordmeister. Besonders ein Superstar soll Rangnick das Leben schwer gemacht haben: Cristiano Ronaldo.
"Es konnte nicht funktionieren, weil Cristiano Ronaldo in der Mannschaft war. Am Ende lief alles darauf hinaus, was Ronaldo wollte. Dann gerät man natürlich mit einem der größten und berühmtesten Spieler der Welt aneinander", erklärt der ehemalige Liverpool-Verteidiger.
Rangnick hatte Manchester United im Dezember 2021 nach der Entlassung von Ole Gunnar Solskjaer übernommen. Doch bereits seine Verpflichtung sorgte bei Carragher für Verwunderung.
"Es war eine sehr seltsame Verpflichtung, obwohl er überall sonst eine erfolgreiche Karriere hatte. Er schien überhaupt nicht zu Manchester United zu passen", erinnert sich der 48-Jährige.
Vor allem die unterschiedlichen Spielphilosophien sieht Carragher als großes Problem. Während Manchester United traditionell für sein Spiel über die Flügel bekannt ist, setzt Rangnick auf intensives Pressing und schnelle Angriffe durch das Zentrum.
"Ralf Rangnicks Philosophie sah dagegen eigentlich keine Flügelspieler vor. Alles war sehr eng angelegt, mit Angriffen durch die Mitte und intensivem Pressing gegen den Gegner, wenn man den Ball nicht hatte – und er hatte Ronaldo. Das konnte eigentlich nur scheitern", analysiert Carragher.
Die Schuld für das enttäuschende Kapitel sieht die Liverpool-Ikone allerdings nicht beim heutigen ÖFB-Teamchef, sondern vielmehr bei den Verantwortlichen von Manchester United.
"Ich würde ihn deshalb nicht wirklich danach beurteilen. Meiner Meinung nach war es eher eine schlechte Entscheidung von Manchester United als ein Fehler von Rangnick", stellt Carragher klar.
Die Bilanz des Deutschen bei den "Red Devils" fiel ernüchternd aus. In 29 Spielen gelangen lediglich elf Siege, dazu kamen neun Unentschieden und neun Niederlagen.
Nach nur einem halben Jahr war das Kapitel Manchester United für Rangnick wieder beendet. Ursprünglich hätte der Deutsche nach seiner Zeit als Interimstrainer eine Beraterrolle übernehmen sollen, dazu kam es allerdings nicht. Stattdessen wechselte Rangnick zum österreichischen Nationalteam und übernahm wenige Wochen später das Amt des ÖFB-Teamchefs.