Kurz vor Holocaust-Gedenktag

Nazi-Parolen und Hakenkreuze! Hass mitten in Wien

Am Wiener Alsergrund wurde ein Lokal mit Hakenkreuzen und der Parole "Juden raus" beschmiert. Die Tat geschah vor dem Holocaust-Gedenktag.
Christoph Weichsler
27.01.2026, 10:39
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Der Nationalsozialismus brachte Mord, Terror und die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Dass ausgerechnet vor dem Holocaust-Gedenktag in Wien Hakenkreuze und "JUDEN RAUS" auftauchen, sorgt für Entsetzen. Betroffen ist ein Lokal auf der Währinger Straße.

Die antisemitischen Schmierereien wurde nur einen Tag vor dem heutigen weltweiten Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus entdeckt. Das Lokal befindet sich in unmittelbarer Nähe der Räumlichkeiten der Jüdischen Hochschülerschaft (JÖH).

Polizei ermittelt – Verbotsgesetz greift

Laut Polizei wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung, Verhetzung sowie nach den Bestimmungen des Verbotsgesetzes gegen unbekannte Täter erstattet. Auch das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) wurde in Kenntnis gesetzt. Die Ermittlungen laufen.

Die Tat reiht sich in eine Serie antisemitischer Vorfälle ein, die sich in Wien und anderen Teilen Österreichs in den vergangenen Monaten gehäuft haben. Besonders seit dem 7. Oktober 2023 berichten jüdische Einrichtungen von einer deutlich gestiegenen Bedrohungslage.

JÖH alarmiert – Adresse geheim gehalten

Die Jüdische Hochschülerschaft zeigte sich in einem Posting auf Instagram bestürzt. Das beschmierte Lokal befinde sich nur unweit ihrer Räumlichkeiten. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage gibt die JÖH ihre genaue Adresse inzwischen nicht mehr öffentlich bekannt.

"Erst vor wenigen Wochen wurde eine Granate vor einer Synagoge im zweiten Bezirk gefunden, wo wir ebenfalls ein Büro haben", schrieb die studentische Organisation. Die Angst sei real, die Bedrohung spürbar.

IKG-Präsident schlägt Alarm

Der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Oskar Deutsch erinnerte daran, dass sich der Vorfall ausgerechnet am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ereignete. "Heute vor 81 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit. Doch vor dem Gedenken müssen wir uns mit der Gegenwart auseinandersetzen", erklärte Deutsch auf X (ehemals Twitter).

Die Hakenkreuze und der Schriftzug "Juden raus" in einer belebten Straße im 9. Bezirk seien "keine Einzelfälle", sondern "eine reale Bedrohung für Jüdinnen und Juden in Österreich – und damit für unsere Gesellschaft insgesamt". Er hoffe, "dass es der Polizei gelingt, den oder die Täter auszuforschen und dass die Justiz alle Möglichkeiten des Rechtsstaats ausschöpft".

Gedenken an Auschwitz-Befreiung

Am 27. Jänner wird weltweit der Internationale Holocaust-Gedenktag begangen. Er erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945. Allein aus Österreich wurden zehntausende Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.

"Wir werden nicht schweigen, wenn antisemitische Hetze stattfindet. Wir werden diese Vorfälle benennen und uns ihnen entschieden entgegenstellen", betonte die JÖH. Gerade am Holocaust-Gedenktag sei es notwendig, klar Haltung zu zeigen.

{title && {title} } CW, {title && {title} } Akt. 28.01.2026, 14:23, 27.01.2026, 10:39
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