Zwei Männer mussten sich am Mittwoch am Landesgericht Salzburg wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verantworten. Ein Ungar hatte öffentlich eine Tätowierung gezeigt, die dem Reichsadler der Nationalsozialisten ähneln soll. Ein 20-Jähriger aus Grödig (Salzburg) verbreitete hingegen rassistische Botschaften im Internet und zeigte auf einem Foto den Hitlergruß.
Der Ungar hatte im Pongau seine Tätowierung öffentlich zur Schau gestellt. Das Motiv soll dem Reichsadler aus der NS-Zeit geähnelt haben. Das Gericht verurteilte ihn deshalb zu 18 Monaten bedingter Haft.
Auch ein 20-Jähriger aus Grödig stand vor Gericht. Er hatte im Internet behauptet, die "weiße Rasse" sei allen anderen überlegen, wie der ORF berichtet. Zudem wertete er Menschen anderer Hautfarbe ab und veröffentlichte ein Foto von sich, auf dem er den Hitlergruß zeigte.
Vor Gericht erklärte der junge Mann, er habe sich damals regelrecht in den Rassenwahn hineingesteigert. Das Internet habe ihn in seinen Ansichten bestärkt.
Inzwischen schäme er sich für seine rechtsextreme Vergangenheit. Auch Freundschaften mit Kollegen aus Afghanistan hätten dazu beigetragen, dass er sich von seinen früheren Ansichten abgewandt habe.
Der 20-Jährige wurde zu zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt. Zusätzlich muss er eine Psychotherapie absolvieren und an einer Führung durch eine KZ-Gedenkstätte teilnehmen.
Beide Maßnahmen muss er dem Gericht nachweisen. Die Urteile gegen beide Männer sind bereits rechtskräftig.