Jahrelang sorgte das Hochhaus in der Fanny-von-Lehnert-Straße beim Salzburger Hauptbahnhof für Ärger. Drogenkonsumenten, Obdachlose und andere hausfremde Personen gelangten über die öffentliche Tiefgarage des angrenzenden Einkaufszentrums in das Gebäude. Jetzt zieht die Hausverwaltung Konsequenzen: Massive Metallgitter sollen die Zugänge versperren und den Bewohnern wieder mehr Sicherheit geben.
Bislang konnten Besucher über die Tiefgarage praktisch ungehindert in das Wohnhaus gelangen. Die neuen Gitter trennen diesen Bereich nun von den Zugängen zum Gebäude. Auch ein Fluchtweg wurde so verkleidet, dass er nicht länger als Zugang genutzt werden kann. In den öffentlichen Gängen waren laut ORF-Bericht immer wieder Unrat und Hinterlassenschaften von illegalem Drogenkonsum zu finden.
Wichtige Anlaufstellen bei Suchterkrankungen
Sucht- und Drogenkoordination Wien: Bietet vertrauliche und anonyme Beratung für Betroffene sowie Angehörige direkt über die Sucht Drogen Hilfe Wien.
Dialog – Individuelle Suchthilfe: Kostenlose Beratung und Unterstützung bei Fragen zu Alkohol, illegalen Substanzen oder Online-Sucht über Dialog – Wien.
Suchthilfe Wien: Bietet niederschwellige Hilfe, Sozialarbeit und Therapie, zum Beispiel im Jedmayer (Gumpendorfer Gürtel 8, 1060 Wien) oder bei Change (Nußdorfer Straße 41, 1090 Wien).
Gesundheit.gv.at: Eine Übersicht über bundesweite Beratungsstellen, Therapieeinrichtungen und Online-Selbsthilfeprogramme bietet der Österreichische Suchthilfekompass via Gesundheitsportal.
Rechtliche Orientierung für Angehörige: Hilfreiche Tipps und Infos zum Suchtmittelgesetz (SMG) und den Grundsätzen "Therapie statt Strafe" findest du auf oesterreich.gv.at.
Die Absperrungen wurden von der Hausverwaltung beauftragt. Die Stadt Salzburg unterstützt die Maßnahme mit rund 15.000 Euro. SPÖ-Klubobmann Vincent Pultar spricht von einem möglichen "Game-Changer" für das Wohnhaus. Wichtig sei vor allem, den Bewohnern zu zeigen, dass ihre Probleme ernst genommen werden, heißt es beim ORF.
Auch die FPÖ begrüßt laut Bericht die Gitter grundsätzlich. Klubobmann Paul Dürnberger sieht darin allerdings nur einen ersten Schritt. Das große Wohnhaus sei weiterhin über die reguläre Haustür zugänglich. Die Verantwortlichen müssten deshalb die Drogenszene gezielt bekämpfen und weitere Zugangsmöglichkeiten verhindern.
Dürnberger berichtet bereits von ersten möglichen Verlagerungseffekten. Demnach seien ihm Bilder zugespielt worden, die zeigen sollen, dass sich Personen nun auch beim Lichthaus breitmachen wollen. Der dortige Sicherheitsdienst sei bereits alarmiert.
Ob die Metallgitter tatsächlich eine dauerhafte Verbesserung bringen, muss sich erst zeigen. Auch Bewohner äußerten gegenüber dem ORF vorsichtige Zweifel. Die Situation habe sich in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert und sei für viele inzwischen nicht mehr erträglich. Die neuen Absperrungen sollen nun dafür sorgen, dass das Hochhaus am Bahnhof – auch als Zylaturm bekannt – wieder stärker den Menschen vorbehalten bleibt, die dort wohnen.