Bankenkrise Griechenland

"Nennt man Karma": Konto von Ex-Finanzminister gesperrt

Dem griechischen Ex-Finanzminister Varoufakis wurde das Parteikonto gesperrt. Im Netz erntet er dafür Spott – wegen der Bankenschließungen von 2015.
05.11.2026, 12:57
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Ausgerechnet dem früheren griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis wurde das Konto seiner Partei gesperrt. Im Netz hagelt es Spott – viele erinnern ihn an die Bankenschließungen während der Schuldenkrise 2015.

Kein Zugriff mehr auf das eigene Geld: Die linke paneuropäische Bewegung DiEM25 von Varoufakis steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Eine Bank in Brüssel hat das Konto der Partei gesperrt – laut dem früheren griechischen Finanzminister völlig überraschend.

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"Ohne Erklärung oder Vorwarnung"

"Unsere Bank in Brüssel hat das Konto gesperrt, auf das die kleinen Beiträge von Zehntausenden unserer Mitglieder aus ganz Europa eingezahlt werden - Geld, mit dem die Bewegung finanziert wird", erklärte Varoufakis am Dienstag auf X.

Die Sperre sei "plötzlich" und "ohne Erklärung oder Vorwarnung" erfolgt, beklagte der Generalsekretär von DiEM25.

Spott im Netz

Im Internet löste die Nachricht zahlreiche spöttische Reaktionen aus. Der Grund: Varoufakis war 2015 Finanzminister Griechenlands, als während der schweren Schuldenkrise die Banken des Landes vorübergehend geschlossen wurden. Ein Nutzer kommentierte die aktuelle Kontosperre mit den Worten: "Das nennt man Karma".

Ein anderer erinnerte an eine damalige Idee des Politikers und fragte: "Warum schaffen Sie nicht eine Parallelwährung und umgehen das Bankensystem?"

Auch die früheren Beschränkungen bei Bargeldabhebungen wurden zum Thema. "Unverschämt. Man sollte ihnen wenigstens erlauben, 60 Euro pro Tag abzuheben", spottete ein weiterer Nutzer.

Tatsächlich durften die Menschen in Griechenland während der Krise zeitweise nur 60 Euro täglich von ihren Konten abheben. Zwar öffneten die Banken im Juli 2015 wieder, die Kapitalverkehrsbeschränkungen blieben jedoch noch vier Jahre bestehen.

Partei warnt vor ernsten Folgen

Für DiEM25 ist die Kontosperre allerdings alles andere als lustig. Die Bewegung sieht ihren laufenden Betrieb in Gefahr. Auf ihrer Website warnt sie, dass die Finanzierung von Gehältern, Büromieten und der europaweiten Parteiarbeit "jetzt ernsthaft gefährdet" sei.

Deshalb bittet DiEM25 um zusätzliche Spenden für einen Notfallfonds. Dieser soll die Arbeit der Partei absichern, "bis wir die Gelder von unserem gesperrten Konto zurückerhalten". Warum die Brüsseler Bank das Konto gesperrt hat, ist derzeit nicht bekannt.

Partei scheitert an Drei-Prozent-Hürde

Varoufakis gehörte 2015 als Finanzminister der linken Regierung von Alexis Tsipras an. In dieser Zeit wurde Griechenland von einer schweren Schuldenkrise erschüttert. Später gründete er die paneuropäische Bewegung DiEM25 mit.

In Griechenland setzt sich seine Partei MeRA25 unter anderem gegen die Sparpolitik ein. Bei der griechischen Parlamentswahl 2023 scheiterte MeRA25 allerdings an der Drei-Prozent-Hürde und verpasste damit den Einzug ins Parlament.

red, 05.11.2026, 12:57
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