Richard Lugners uneheliche Tochter schaffte, was dem verstorbenen Baumeister stets verwehrt blieb: Sie gewann eine Wahl. Und das auch noch haushoch: Bei den US-Wahlen am 3. November 2026 wurde Nadin Jeannine Cutter (41) mit 100 Prozent als Familienrichterin in Las Vegas bestätigt.
Laut vorläufigem Wahlergebnis erhielt sie 409.423 Stimmen. Anders, als bei ihrem ersten Antreten 2020, als es noch ein knappes Rennen war, trat dieses Mal kein Gegenkandidat an.
Cutter ist seit dem 4. Jänner 2021 Richterin am Eighth Judicial District Court in Clark County, zu dem auch Las Vegas gehört. Dort leitet sie die Familiengerichtsabteilung T und ist für Fälle rund um Scheidungen, Obsorge, Unterhalt und andere familienrechtliche Streitigkeiten zuständig.
Anders als in Österreich werden Richter in Nevada vom Volk gewählt. Die Wahl erfolgt ohne Parteizugehörigkeit, die reguläre Amtszeit beträgt sechs Jahre.
Bei ihrer ersten Kandidatur 2020 war der Weg auf den Richterstuhl noch hart umkämpft. In der Vorwahl landete Cutter mit 85.180 Stimmen (32,4 Prozent) hinter ihrem Konkurrenten Jason Patrick Stoffel, der 121.570 Stimmen (46,2 Prozent) erhielt.
In der entscheidenden Wahl im November drehte Lugners Tochter das Ergebnis jedoch um: Mit 373.077 Stimmen (52,2 Prozent) setzte sie sich gegen Stoffel durch, der auf 342.203 Stimmen (47,8 Prozent) kam. Ihr Vorsprung: 30.874 Stimmen.
Sechs Jahre später gab es keinen Herausforderer mehr. Weil niemand gegen die amtierende Richterin antrat, wurde die für 9. Juni 2026 geplante Vorwahl abgesagt. Auch bei der Hauptwahl am 3. November blieb Cutter ohne Gegenkandidat. Mit 409.423 Stimmen erhielt sie um 36.346 Stimmen mehr als 2020.
Unterstützung erhielt Cutter unter anderem von einer Interessenvertretung der Polizei in Las Vegas sowie mehreren Gewerkschaften aus der Bau- und Metallbranche.
Nadin Cutter stammt aus Lugners Beziehung mit der Wiener Schauspielerin Sonja Jeannine. Bevor sie Richterin wurde, arbeitete sie als Rechtsanwältin.
Auf ihre Karriere war der 2024 verstorbene Baumeister besonders stolz. "Da hat sie sich zur Volkswahl als Richterin beworben und in den Wahlkampf investiert. Jetzt ist sie - mit tollem Gehalt - Richterin und hat mehr Zeit für ihr Privatleben", erzählte Lugner einst gegenüber "Heute".
Auch "Mörtel" stellte sich zweimal einer Volkswahl. Bei den Bundespräsidentenwahlen 1998 und 2016 erreichte er allerdings nur 9,91 beziehungsweise 2,26 Prozent.
Und ausgerechnet Gewerkschaften aus der Baubranche unterstützten Lugners Tochter bei ihrer Wiederwahl. Darüber hätte sich der Baumeister wohl besonders gefreut.