Seltene Krebsart

Neue Details zu Hinrichtungs-Drama von Christa Pike

Schon Monate vor der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike warnten ihre Anwälte vor Komplikationen. Nun werden neue Details bekannt.
05.11.2026, 08:06
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Zehn Nadeln, mehrere gescheiterte Versuche und schließlich zwei überlebte Giftspritzen: Die Hinrichtung der US-Amerikanerin Christa Pike am 30. September verlief dramatisch. Dabei hatten ihre Anwälte bereits neun Monate zuvor auf mögliche medizinische Probleme aufmerksam gemacht. Eine seltene Form von Blutkrebs könnte dabei eine Rolle gespielt haben.

Anwälte warnten bereits im Jänner

Schon im Jänner 2026 wandten sich Pikes Verteidiger an ein Gericht. Sie befürchteten, dass die Hinrichtung durch eine Giftspritze aufgrund ihres Gesundheitszustands mit erheblichen Komplikationen verbunden sein könnte.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie das US-Magazin "People" unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtet, standen dabei vor allem ungewöhnliche Blutwerte und Probleme beim Legen von Venenzugängen im Mittelpunkt.

Bei Pike war demnach eine stark erhöhte Anzahl an Blutplättchen festgestellt worden. In der Klage wurde als mögliche Ursache eine seltene Blutkrebsart angeführt. Die Anwälte sahen darin ein zusätzliches Risiko für die geplante Hinrichtung.

Spezielle Nadel sollte Probleme verhindern

Hinzu kam, dass medizinisches Personal offenbar schon bei früheren Blutabnahmen Schwierigkeiten hatte, geeignete Venen zu finden.

Deshalb war bei Pike eine sogenannte Butterfly-Nadel verwendet worden. Diese spezielle Kanüle kommt unter anderem dann zum Einsatz, wenn Venen besonders fein oder schwer zugänglich sind.

Die Verteidiger regten an, eine solche Nadel auch bei der Hinrichtung einzusetzen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Zehn Nadeln bei Hinrichtung benötigt

Am 30. September kam es dann zu jenen Schwierigkeiten, vor denen die Anwälte gewarnt hatten. Das Hinrichtungsteam soll rund zehn Nadeln benötigt und mehrfach versucht haben, an beiden Armen intravenöse Zugänge zu legen.

Besonders auffällig: Eine der verwendeten Nadeln soll beim Herausziehen im rechten Winkel verbogen gewesen sein.

Trotz der Verabreichung von zwei Giftspritzen überlebte Pike die Hinrichtung. Ob dabei die zuvor empfohlene Butterfly-Nadel zum Einsatz kam, ist weiterhin unklar.

Wegen Mordes an Mitschülerin verurteilt

Die Todesstrafe war gegen Pike wegen eines brutalen Verbrechens verhängt worden. Im Jahr 1995 hatte sie in Knoxville ihre damals 19-jährige Mitschülerin Colleen Slemmer gefoltert und getötet. Pike war zum Tatzeitpunkt erst 18 Jahre alt. Für den Mord wurde sie später zum Tode verurteilt.

Die nun bekannt gewordenen Gerichtsunterlagen zeigen, dass ihre Verteidiger schon lange vor dem gescheiterten Hinrichtungsversuch vor genau solchen medizinischen Schwierigkeiten gewarnt hatten.

wil, 05.11.2026, 08:06
Mehr zum Thema
Weitere Storys