Streamingdienste und TV-Sender mit mehr als 10 Millionen Euro Jahresumsatz werden künftig verpflichtet, mindestens acht Prozent ihrer Einnahmen in europäische Videoinhalte zu investieren. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen.
Das Gesetz soll Anfang 2027 in Kraft treten. 60 Prozent der Investitionen müssen in neue Werke fließen, 80 Prozent müssen eine "deutsche kulturelle Prägung" aufweisen.
Wie "heise.de" berichtet, sind neben den großen Streaming-Giganten auch öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF sowie private Sender wie RTL und ProSieben betroffen. Investieren Anbieter freiwillig mehr als 12 Prozent, können sie von bestimmten Quotenvorgaben abweichen.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer spricht von einem "großen Durchbruch in der deutschen Filmpolitik". Er erwartet bis zu 15 Milliarden Euro Investitionen in den nächsten fünf Jahren.
"Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss zünden wir für den deutschen Film eine neue Stufe im internationalen Standortwettbewerb", so Weimer.
Filmverbände kritisieren die Quote als zu niedrig. Der europäische Durchschnitt liege bei 13 bis 15 Prozent. Die Branche fordert Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) betonte: "Wir wollen, dass europäische Inhalte gestreamt werden. Und wir fördern die Arbeit unabhängiger Produzentinnen und Produzenten."