Der chinesische Technologiekonzern Huawei bringt ein neues Bewertungssystem für Chips ins Spiel: Das sogenannte "Tau Scaling Law" soll das jahrzehntealte Mooresche Gesetz ersetzen. Statt immer feinerer Transistoren misst man dabei die Signallaufzeiten innerhalb der Chips.
Der Hintergrund: Aufgrund von Sanktionen kann Huawei keine modernen Belichtungssysteme vom niederländischen Weltmarktführer ASML beziehen. Ohne diese hochpräzisen Maschinen ist es praktisch unmöglich, mit der Konkurrenz aus Taiwan, Korea und den USA mitzuhalten.
Wie "heise.de" berichtet, präsentierte He Tingbo, Chefin von Huaweis Halbleitersparte HiSilicon, die neue Strategie auf dem International Symposium on Circuits and Systems in Shanghai. Das ambitionierte Ziel: Bis 2031 will man mit gestapelten Chips zu den Weltbesten aufschließen.
Die Lösung des Konzerns: Anstatt Transistoren weiter zu schrumpfen, setzt man auf das Stapeln mehrerer Chip-Schichten übereinander. Das soll die Signalwege verkürzen und so die Leistung steigern. Ein ähnliches Prinzip wird bei Speicherchips bereits seit Längerem angewendet.
Bereits im Herbst soll ein erster gestapelter Kirin-Prozessor für Smartphones erscheinen. Das ist bemerkenswert, denn die westliche Konkurrenz plant solche Lösungen vorerst nur für Server-Hardware - die Kühlung in kompakten Geräten wie Handys gilt als besonders schwierig.