Nach dem schweren Teileinsturz in der Färbergasse in der Inneren Stadt laufen die Ermittlungen zur Ursache weiter. Sonntagabend waren in dem Gebäude mehrere Decken eingebrochen. Eine 57-jährige Bewohnerin wurde unter den Trümmern verschüttet und erst nach einer stundenlangen Rettungsaktion schwer verletzt geborgen.
Jetzt gibt die für Bauangelegenheiten zuständige MA 37 neue Details zu den Arbeiten in dem Gebäude bekannt. Demnach wurde für die Adresse Färbergasse 6 bereits im vergangenen Jahr ein Dachgeschoss-Ausbau bewilligt. Als Baubeginn wurde der Behörde der 31. August 2026 gemeldet.
Im Zuge der Bauanzeige sei auch ordnungsgemäß ein Prüfingenieur bekannt gegeben worden, erklärt die MA 37 gegenüber "Heute". "Eine Kontrolle der Bauinspektion war bei der genannten Liegenschaft noch ausständig. Es wurden bis dato jedoch lediglich kleinere Arbeiten, wie die Entfernung des Fußbodens im Erdgeschoss, durchgeführt", erklärt eine Sprecherin.
Ob und in welchem Zusammenhang die Bauarbeiten mit dem Einsturz stehen könnten, ist derzeit offen. "Zur Ursache können wir aktuell keine Auskunft geben und verweisen auf die laufenden Ermittlungen", erklärt die MA 37. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung.
Die polizeiliche Sperre rund um das Gebäude wurde mittlerweile aufgehoben. Ganz frei zugänglich ist der betroffene Bereich dennoch nicht. Eine baubehördliche Sperre beim Durchgang im Ledererhof genauso wie vor der Adresse Ledererhof 9 ist nach wie vor aufrecht.
"Die vor Ort beschäftigte Baufirma wurde nun von uns ersucht, ein Sicherungskonzept zu erstellen, das mit uns abgestimmt wird. Wenn dieses umgesetzt ist, können die Sperren aufgehoben bzw. der Durchgang im Ledererhof wieder freigegeben werden."
Bei dem Unglück gegen 22.30 Uhr waren insgesamt 17 Personen von der Berufsrettung betreut worden. Viele klagten nach der massiven Staubentwicklung über Atembeschwerden. Drei Bewohner mussten ins Krankenhaus gebracht werden.
Am schwersten traf es die 57-Jährige. Sie wurde durch den Teileinsturz verschüttet. Zwei Spezialkräfte der Seiltechnik-Einsatz-Gruppe versorgten sie während der mehrstündigen Bergung direkt in den Trümmern. Die Frau erlitt mehrere Frakturen und Prellungen und wurde nach ihrer Rettung im stabilen Zustand in einen Schockraum gebracht. Auch ihr Ehemann (60) stürzte beim Einsturz zwei Stockwerke in die Tiefe. Er erlitt Prellungen und Abschürfungen. Eine 88-Jährige wurde wegen Atembeschwerden ebenfalls in eine Klinik gebracht.