In den letzten Jahren haben die ÖBB laufend neue Direktverbindungen nach Italien eröffnet – sei es im Schlaf nach Rom oder tagsüber nach Venedig, Triest, Bologna oder Florenz. Jetzt rückt auch Südtirol wieder näher heran.
Von einer "neuen Ära" ist in einer Aussendung des Landes die Rede. Sechs neue Züge der Firma Alstom werden derzeit in Italien gebaut, die Auslieferung ist für 2027 geplant. Schon Mitte des Jahres sollen sie im Stundentakt zwischen Innsbruck und Bozen, weiter nach Meran und Mals im Vinschgau, unterwegs sein – und das umsteigefrei.
Bislang standen hierfür die unterschiedlichen Bahnstromsysteme in Österreich und Italien im Weg. Mit den gemeinsam beschafften Fahrzeugen ist das künftig kein Problem mehr. Persönlich vom Fortschritt überzeugten sich der Südtiroler Mobilitätslandesrat und sein Tiroler Amtskollege René Zumtobel vergangene Woche im Werk in Savigliano. Insgesamt werden 22 Züge gemeinsam von den Südtiroler Transportstrukturen AG Sta und den ÖBB angekauft.
"Vor 150 Jahren hat man die Eisenbahn gebaut, weil es keine Autos gab. Heute investieren wir in die Schiene, weil es zu viele Autos gibt. Der Zug ist unser Rückgrat im öffentlichen Personenverkehr, weil mit der Eisenbahn auf den Hauptachsen sehr viele Menschen transportiert werden können. Und neben der Infrastruktur braucht es moderne Zuggarnituren, die sowohl in Italien als auch in Österreich verkehren können", unterstreicht Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.
"Der grenzüberschreitende Euregio-Nahverkehr ist für Pendlerinnen und Pendler sowie für Gäste wesentlich und wird somit eine attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr über den Brenner bieten", sagt der Tiroler Mobilitätslandesrat Zumtobel.