Digital-Bonus gestrichen

Neue Preise fix! Wiener Linien schaffen Rabatt ab

Für Wiens Öffi-Fahrer wird es ab 2027 teurer! Die Wiener Linien erhöhen die Preise für Jahreskarten, Einzelfahrten und weitere Tickets. Die Details.
24.10.2026, 14:30
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Die Zeiten der berühmten 365-Euro-Jahreskarte sind vorbei. Fast 14 Jahre lang konnten Wiener für umgerechnet einen Euro pro Tag mit den Öffis fahren. Das 2012 eingeführte Tarifmodell wurde angesichts der angespannten Wiener Budgetlage aufgegeben. Heuer stieg der Preis auf 467 Euro, mit Jahresbeginn 2027 folgt die nächste Anpassung.

Die Wiener Linien erhöhen den Tarif um 3,45 Prozent auf 483,10 Euro. Grund dafür ist eine neue Regelung, die bereits bei der Tarifreform im Vorjahr beschlossen wurde. Künftig werden die Preise anhand des Verbraucherpreisindex automatisch angepasst.

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"Das schafft sowohl für Fahrgäste als auch für die Wiener Linien mehr Planbarkeit und hilft dabei, größere Tarifsprünge in der Zukunft zu vermeiden", erklären die Wiener Linien. Eine zusätzliche Preisbremse ist nicht vorgesehen.

Auch Einzelfahrten und Monatskarten teurer

Die Erhöhung betrifft nicht nur die Jahreskarte. Auch für andere Fahrscheine müssen Fahrgäste ab 2027 mehr bezahlen.

Eine Einzelfahrt verteuert sich damit um zehn Cent. Für das 24-Stunden-Ticket werden künftig 40 Cent mehr fällig, bei der Monatskarte sind es 2,60 Euro zusätzlich.

Wer seine Monatskarte digital kauft, kann allerdings sparen. Die digitale Variante kostet 67,50 Euro und ist damit um 10,10 Euro günstiger als die reguläre Monatskarte.

Digital-Rabatt bei Jahreskarte fällt weg

Bei den Jahreskarten streichen die Wiener Linien hingegen den bisherigen Preisvorteil für digitale Tickets. Ab Jänner kostet die Jahreskarte unabhängig davon, ob sie am Handy oder als Karte genutzt wird, einheitlich 483,10 Euro.

Auch bei der ermäßigten Jahreskarte für Senioren, Menschen mit Behinderung und Studenten gibt es keinen Unterschied mehr zwischen den Varianten. Der Preis beträgt künftig 310,40 Euro. Bis Ende 2026 gilt beim Kauf einer Jahreskarte über die WienMobil-App noch ein Rabatt von sechs Euro.

Teurer wird es auch für Fahrgäste, die ohne gültigen Fahrschein unterwegs sind. Statt bisher 131,60 Euro werden ab 2027 bei einer Kontrolle 140 Euro fällig. Nach einer Zahlungserinnerung steigt der zu zahlende Betrag auf 191 Euro.

Opposition kritisiert neue Tarife

Die angekündigten Erhöhungen sorgen im Wiener Rathaus für Kritik.

FPÖ-Stadtwerke-Sprecher Klemens Resch verweist darauf, dass die Jahreskarte innerhalb von zwei Jahren um mehr als 32 Prozent teurer werde. Deshalb könne "von leistbarer Mobilität längst keine Rede mehr sein".

Auch die Wiener Grünen kritisieren die Entwicklung. Sie sprechen von einem "Öffi-Preishammer" und werfen der SPÖ vor, "die SPÖ den sozialen Kompass verloren" zu haben. Besonders beanstanden sie die Verteuerung des 31-Tage-Wien-Mobilpasses für Menschen mit geringem Einkommen. Dieser steigt von 23 auf 27,20 Euro, ein Plus von rund 18 Prozent.

Wien-ÖVP-Chef Markus Figl kritisiert ebenfalls die Stadtregierung: "Kaum ist die letzte massive Preiserhöhung verdaut, greift die SPÖ-Neos-Stadtregierung den Wienern schon wieder tiefer in die Tasche. Statt endlich bei den eigenen Strukturen und Ausgaben anzusetzen, wird das Budgetproblem erneut auf die Bevölkerung abgewälzt"

Warum die Jahreskarte 757 Euro kosten könnte

Ein Blick zurück zeigt, wie sich die Ticketpreise langfristig entwickelt haben. Im Juni 2007 kostete die Wiener Jahreskarte 449 Euro. Dieser Betrag wurde damals von der Stadtpolitik als "annähernd kostendeckend" für den laufenden Betrieb bezeichnet.

Rechnet man die Inflation seit 2007 auf diesen früheren Tarif auf, ergibt sich laut KURIER ein deutlich höherer Betrag. Bei einer angenommenen Teuerung von 68,6 Prozent würde die Jahreskarte 2027 rechnerisch rund 757 Euro kosten.

Das ist allerdings keine angekündigte Preiserhöhung und auch kein Nachweis für die heutigen tatsächlichen Betriebskosten. Die Zahl zeigt lediglich, wie sich der damalige Tarif bei einer Anpassung an die Inflation entwickelt hätte, berichtet die Tageszeitung.

Tatsächlich werden Wiener Öffi-Fahrer ab Jänner 483,10 Euro für die reguläre Jahreskarte bezahlen müssen.

wil, 24.10.2026, 14:30
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